SOTA im Fernsehen

Amateurfunk – braucht’s das heute noch?“. Das ist eine Frage, die euch wohl so auch schon gestellt worden ist, wenn ihr im Verwandten- oder Bekanntenkreis von eurem Hobby erzählt habt. Was antwortet ihr denn da? Ich denke auch der aktive Funkamateur und die begeisterte Funkamateurin kommt da schon mal ins Straucheln. „Braucht’s“ denn heute Segelschiffe noch, wo wir schon längst Motor-getriebene Boote und Schiffe haben? Ja, „brauchen“ tut’s vieles nicht, was wir täglich nutzen. Wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, hoffen wir doch auch, dass wir die unabhängigen Kommunikationsmöglichkeiten, die uns der Amateurfunk bietet, nie wirklich „brauchen“ werden – das Wissen darum, dass wir Funkamateure auch im Krisenfall kommunzieren könnten, das beruhigt allerdings schon ein wenig – denn nur in einem solchen Fall würde es den Amateurfunk wirklich noch „brauchen“.

Carine und ich sind beide begeisterte Funkamateure. Wir funken nicht, weil’s das „braucht“, sondern weil’s uns Spass macht, und weil es spannend ist auch mit einfacher Technik und wenig „Schnick-Schnack“ ganz direkt von Mensch zu Mensch zu kommunizieren. Mit Amateurfunk kann man das, und das geht noch heute ganz ohne Computer – z.B. mit der Morsetaste. Morsen ist eine der Errungenschaften, die man sich auch heute nicht kaufen kann, und vielleicht gerade deshalb ist es ein Teil unseres Hobbys, mit dem man „Aussenstehende“ noch immer begeistern kann. Jeweils am 1.November-Wochenende im Jahr findet der VHF Marconi-Contest in CW statt. Wusstet ihr, dass Guglielmo Marconi die erste Funkübertragung der Menschheit über eine grössere Distanz als nur gerade ein oder zwei Meter im Jahr 1895 im Unterwalliser Dörfchen Salvan zustande gebracht hatte? Fantasievoll wie Carine und ich unser Hobby betreiben, haben wir uns vor ein paar Wochen sehr spontan dazu entschlossen selber genau an dem denkwürdigen Platz am diesjährigen Marconi-Contest teilzunehmen – wieviel Spass uns das kleine Projekt gemacht hat, das seht ihr in unserem Video zum Marconi VHF CW-Contest 2025.

Ja, auch solche eher verrückten „Einsätze“ braucht’s ja nicht wirklich 😉 Aber es sind die „greifbaren“ Tätigkeiten im breit gefächerten Hobby des Funkamateurs, die für en „0815-Bürger“ herausstechen, und die ihn aufhorchen lassen. So hat auch unser kleines Marconi-Projekt irgendwie den Weg über den Tellerrand der Funkamateure hinaus gefunden und ist schlussendlich u.a. auf dem Tisch der Redaktion des Walliser Regionalfernsehens Canal 9 gelandet. Ja, für die Marconi-Geschichte war’s zu spät, aber „das klingt spannend! Gibt’s denn im Amateurfunk noch etwas anderes, das unsere Zuschauerschaft interessieren könnte?“, hatte uns der Chef-Redaktor gefragt. Nein, kein FT8-Betrieb, wo Computer mit anderen Computern funken, keine Digitalen Relaisnetze, die das Mobile Telefonnetz ersetzen können – „Draussenfunken“, das ist etwas „Greifbares“ für jedermann! ….und da ist sie, die Reportage, die der Kamermann Alain Kalbermatten (übrigens nicht verwandt mit Carine 😉 ) und der Reporter Sebastian Antener aus einem spannenden Drehtag bei einer kleinen SOTA-Aktivierung mit uns just bevor der Winter in unserem Land Einzug hielt für Canal 9 gemacht haben, und der am 18.November schliesslich im Rahmen der Fernsehsendung Tagesinfo ausgestrahlt wurde…

Ach übrigens: Ob’s Amateurfunk noch „braucht“, das haben uns die beiden an dem Tag nie gefragt 😉