CQWW 2025 in SSB bei hervorragenden Bedingungen

Mit dem CQWW-Contest SSB 2025 am letzten Wochenende liegt einer der grössten Amateurfunk-Wettbewerbe im Jahreskalender hinter uns. Zuerst möchte ich an der Stelle allen Funkamateuren ganz herzlich gratulieren, die aktiv und mit viel Einsatz an dem Contest teilgenommen und innert 48 Stunden einige hundert bis zu weit über 1’000 Funkverbindungen mit der ganzen Welt geloggt haben! Für mich persönlich wäre eine solch aktive Teilnahme ganz offen zu stressig gewesen im Moment…


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Trotzdem konnte ich die POWER-Taste meines ELECRAFT K4D an dem Wochenende nicht ganz unberührt lassen 😉 Und auch die KPA1500 habe ich aufgestartet und die MOSLEY MP-33NW entsprechend hin- und hergedreht, damit ich dann die Pile-Ups von hunderten von OMs und YLs, die gleichzeitig auf den CQ-Ruf einer Contest-Station aus einem „seltenen“ Land geantwortet haben, dann doch auch mit vertretbarem Aufwand „durchbrechen“ konnte. So war ich nicht als Contest-Teilnehmer mit Ambitionen, sondern nur ein wenig als „Rosinen-Picker“ unterwegs und konnte dabei doch ein paar interessante Kontakte rund um den Globus knüpfen…

HB9NBGs „Rosinen“ im CQWW 2025

An dem CQWW-SSB-Contest sieht man mal wieder, wen man alles hören könnte auf den Kurzwellenbändern, wenn sich nicht die meisten Funkamateure mit dem Bewegen der Maustaste über den Computerbildschirm in FT8 begnügen würden 😉

Wusstet ihr übrigens, dass hier in Europa die DX-Bedingungen im Winterhalbjahr deutlich besser sind als in den Sommermonaten, und ihr auf den Kurzwellenbändern fast täglich Funkkontakte rund um den Globus knüpfen könnt – sogar mit 100mW Sendeleistung in SSB mit Australien 🙂

Der Zeitpunkt das eigene KW-Equipment auf „High-Performance“ zu trimmen, könnte besser also nicht sein!

K4/0 von ELECRAFT jetzt auf eHAM.net

Die Anschaffung eines neuen „HAM-Toys“ – vor allem dann, wenn es richtungsweisend für die zukünftige Gestaltung des Hobbys ist, oder wenn sie mit einer grösseren Investition verbunden ist – will wohl überlegt sein. Oftmals bekommen wir gute Tipps oder Empfehlungen aus dem Kreis befreundeter OMs und YLs.

Viele von uns informieren sich zusätzlich auch gerne über das Portal eHAM.net über die Erfahrungen anderer Funkamateure rund um den Globus mit Amateurfunk-Equipment aller Art. Auch wir werfen hin und wieder einen Blick auf das Portal – schliesslich will man ja wissen, wie Geräte, die man verkauft, im Markt ankommen 😉 Mit dem neuen K4/0 lanciert ELECRAFT eine „abgesetzte Einheit“, mit der sich über Remote arbeiten lässt, als ob man im Shack und direkt vor dem K4 sitzen würde. Die ersten K4/0 stehen bei uns kurz vor ihrer Auslieferung an die ersten 25 Vorbesteller, und pünktlich zur offiziellen Markteinführung sind jetzt auch auf eHAM.net erste Erfahrungsberichte zum K4/0 verfügbar.

Carine und ich hatten die grosse Ehre schon erste Tests mit dem neuen K4/0 machen zu dürfen, bevor die ersten Geräte an die anderen Offiziellen „Field-Tester“ in den USA verteilt wurden. Ich kann mich gut daran erinnern, wie absolut begeistert wir von der Einfachheit der Bedienung und von der Robustheit im Betrieb waren, als wir den K4/0 mit der allerersten Engineering-Firmware erstmals an unserem Stand an der HAM RADIO in Friedrichshafen testen durften – einfach grossartig! Vor einigen Wochen haben wir dann schliesslich unseren „Field-Tester-K4/0“ erhalten, und hatten da umgehend ein etwas ausführlicheres Video produziert, das euch Schritt für Schritt erklärt, wie ihr eure eigene Remote-Anlage rund um den K4 von ELECRAFT aufbaut und konfiguriert…


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Natürlich hat nicht ELECRAFT den Remote-Betrieb erfunden. ELECRAFT geht aber mit seiner Lösung einen etwas anderen Weg, als man ihn von anderen Herstellern gewohnt ist, die in einigen „HAM-Kreisen“ als „Remote-Referenz“ gelten. Ein zentraler Aspekt bei der Remote-Lösung rund um den K4 ist der „Peer-to-Peer-Betrieb“; d.h., dass euer Remotebetrieb nicht über den Server des Herstellers „geroutet“ wird, sondern dass jeder K4 selber sowohl als Server als auch als Client konfiguriert werden kann – mit dem K4/0 arbeitet ihr über einen beliebigen K4, dessen Adresse und Passwort ihr kennt. Dabei sind gleichzeitig Verbindungen von bis zu 4 „K4-Clients“ auf einen „K4-Server“ möglich. Und der Clou beim Ganzen: Das Setup funktioniert 🙂 Zuverlässig und nahezu verzögerungsfrei in allen Modi…


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Lust darauf im Amateurfunk so richtig und von überall durchzustarten? Dann schaut euch doch mal den „DXers Dream-TRX“ von ELECRAFT etwas näher an: ELECRAFT K4

Kennt ihr APRS?

Mit dem VX-8 hatte YAESU um 2005 erstmals ein Handfunkgerät mit APRS-Funktionalität auf den Markt gebracht. APRS steht für „Automatic Packet Reporting System“ und dient der Übertragung von Daten verschiedener Art wie Positionsdaten, Wetterdaten, kurze Textmitteilungen oder Telemetrie per Funk. Die Verwendung einer einzigen Frequenz pro ITU Region und somit die Versorgung aller Regionen mit lediglich 3 unterschiedlichen APRS-Frequenzen macht das Handling sehr einfach; in Europa wird für die Übertragung von APRS-Signalen die Frequenz 144.800 MHz benutzt, und die Daten werden mit einer Bitrate von 1200 Bit/s ausgesendet.

Zugegeben; die Übertragungsrate von 1200 Bit/s zaubert auch mir heute ein Lächeln aufs Gesicht 😉 Betrachtet man sie ganz nüchtern und losgelöst von den Möglichkeiten von APRS, scheint eine derart langsame Datenübertragung heute nutzlos und ein solches System überholt zu sein. Ruft man sich dann aber in Erinnerung, dass auch moderne Handfunkgeräte von heute wie z.B. das FT-5D von YAESU noch immer mit APRS ausgestattet sind, dann kommt man womöglich ins Grübeln und sucht nach Gründen dafür.

Einfaches Handling durch die Nutzung derselben Frequenz in ganz Europa

Wusstet ihr, dass euer Handfunkgerät – falls es mit APRS ausgestattet ist – bei entsprechender Konfiguration sogenannte „Beacons“ absetzt? Wenn wir z.B. ein neues FT-5D für einen Kunden konfigurieren, dann wird dieses Beaconing so eingestellt, dass das Handfunkgerät in regelmässigen Abständen von 5 Minuten auf der Frequenz 144.800 MHz euren persönlichen Text in den Äther schickt – er lautet z.B. bei meinem eigenen Gerät „OM Rene mit YL Carine HB9FZC auf Wandertour. QRV in FM/C4FM“.

Diese Aussendungen richten sich nicht an einen speziellen Empfänger, sondern sie werden ganz einfach von allen „Stationen“, deren RX-Frequenz auf 144.800 steht und die APRS-Pakete decodieren können, empfangen. Falls solche Aussendungen auch ein sogenanntes I-Gate (eine reine Empfangsstation mit Anbindung ans Internet) erreichen, gelangen sie zum Server von aprs.fi, und die aktuelle Position, sowie der Beacon-Text wird auf einer Open-Source-Karte angezeigt. Durch entsprechende Filtereinstellungen auf der Website, kann so z.B. ein Track dargestellt werden, der ein OM oder eine YL mit ihrem APRS-tauglichen Funkgerät zurückgelegt hat – auf dem Kartenausschnitt sehr ihr als Beispiel die Wanderroute von Carine und mir vom 15.Januar, wo wir auf dem Col de Forclaz gestartet sind und den SOTA-Gipfel Mont de l’Arpille, HB/VS-112 bestiegen haben. Fahre ich in der Karte mit meiner Maus auf das Symbol von HB9NBG-12, dann wird mir übrigens angezeigt, welches I-Gate meine Daten weitergeleitet hat zu aprs.fi – hier im Beispiel ist es die APRS-Station von HB9PS in Martigny.

APRS funktioniert auch unabhängig von der Internet-Anbindung

Ein klassisches I-Gate empfängt Pakete bloss und leitet die Daten ins Internet weiter. Auf einer Bergtour kann die Funktion u.U. sehr hilfreich sein; z.B. bei einem Unfall, wenn kein Handynetz zur Verfügung steht und wir mit unserem Smartphone keinen Hilferuf absetzen können – man kann auf der Online-Karte sehen, von welchem Standort aprs.fi unsere „Beacon“ zuletzt empfangen hat. Was aber, wenn kein I-Gate oder „Digipeater“ (einfach gesagt ein APRS-Repeater, das empfangene Pakete wie ein Papagei unmittelbar wieder auf 144.800 aussendet) unsere APRS-Pakete empfangen konnte? Genau da kommt eine Funktion von APRS-fähigen Handfunkgeräten zum Tragen, die viele OMs und YLs gar nicht kennen: Auch euer APRS-fähiges Funkgerät empfängt nämlich die APRS-Pakete, und weil die gesamte Traffic von APRS auf derselben Frequenz stattfindet, unterscheidet ein Handfunkgerät auch nicht, ob es APRS-Daten direkt von einem anderen APRS-Handfunkgerät empfängt, oder ob das Paket zuerst einen „Umweg“ über einen Digipeater gemacht hat.

Das Bild zeigt anhand eines Beispiels, wie die Beacon von Kari, HB9EVZ von meinem YAESU-Handy angezeigt wird – ob mein Handfunkgerät dabei das APRS-Paket direkt oder von einem Digipeater empfangen hat, das macht für die Anzeige der aktuellen Position und des Status-Texts (Beacon) keinen Unterschied. So stehen APRS-Positionsdaten z.B. eines verunfallten Funkamateurs zumindest im Umkreis von einigen Kilometern auch dann zur Verfügung, wenn sich kein I-Gate oder Digipeater in Reichweite befindet.

Wusstet ihr, dass ihr euer APRS-fähiges Handfunkgerät auch verwenden könnte, um eine „SMS“ an einen Freund oder eine Freundin zu schicken?

APRS-fähige Handfunkgeräte bieten zusätzlich zu den Ortungsfunktionen ein Messaging-Tool. Ich muss mir die Funktion vorstellen wie früher das Versenden und Empfangen von herkömmlichen SMS auf Mobiltelefonen. Auch solche APRS-Messages können direkt von Handfunkgerät zu Handfunkgerät geschickt werden – falls die beiden Geräte in direkten Funkkontakt treten können – oder sie werden von Digipeatern „ge-forwarded“ und erreichen so den Empfänger auch, wenn einer der beiden Funkamateure die Message in Spiez abschickt und der andere sie in Basel empfängt. Ein Quittierungssystem kennt APRS grundsätzlich nicht, aber APRS-fähige Geräte senden eine Message i.d.R. insgesamt 4 Mal kurz hintereinander auf die Reise in der Hoffnung, dass eines der Pakete beim Empfänger ankommt.

Irgendwann ist man auch mit der „Schärmebüez“ durch, und da bleibt Zeit, um genau solche Funktionen mal zu testen…

Bei mir selber läuft mein FT-5DE immer auf der Frequenz des C4FM-Repeaters HB9CR, wenn ich bei der Arbeit bin. APRS ist dabei so konfiguriert, dass das Handfunkgerät einen „Klingelton“ von sich gibt, wenn eine „APRS-SMS“ bei mir eingeht, die an mich gerichtet ist – wir konfigurieren übrigens die APRS-Funktion auch immer mit, wenn ihr ein Handfunk- oder ein Mobilgerät inkl. Option „KONFIG“ bei uns kauft bzw. bestellt. So hat’s gestern wieder mal „geklingelt“, und ich hab‘ grad mal nachgeschaut, was da unter „M-LIST“ bei mir eingegangen ist (Bild oben): Bernard, HB9BLB war wohl auch mit der „Schärmebüez“ durch 😉 Ich habe ihm dann natürlich auch kurz geantwortet 🙂

Winfried, DH2PG hatte in einer Ausgabe der CQ-DL vor etwa 1 Jahr mal eine interessante und sehr hilfreiche Zusammenstellung von Gateways in Öffentliche Netzwerke, in die sich APRS-Messages ebenfalls versenden lassen, in einem sehr ausführlichen Beitrag gelistet:

Ich hatte damals einige getestet – angekommen waren die Messages allerdings nur teilweise. Ich gehe davon aus, dass die Gateways nicht über jeden Beliebigen „Einstieg“ ins APRS-Netz funktionieren – am besten ihr probiert’s einfach mal aus! Herzlichen Dank an der Stelle an Winfried für den lehrreichen Artikel rund um APRS – wer Mitglied des DARC ist, kann sich auch die ganze Ausgabe der CQ-DL ansehen.

APRS auch für SOTA-Aktivatoren sehr wertvoll – als hilfreiche Spotting-Alternative

Für SOTA-Aktivatoren kann APRS ebenfalls ein wirklich wertvolles Feature sein. Das sogenannte „Spotting“ meiner Aktivität ist schon fast die Grundvoraussetzung dafür, dass ich eine SOTA-Aktivierung innert nützlicher Frist über die Bühne bringe. Solche „Spots“ werden heute i.d.R. über entsprechende SOTA-Apps direkt vom Gipfel übers Smartphone ins Internet geschickt und erscheinen so innert weniger Sekunden auf SOTAwatch. Lese ich allerdings bei der Aktivierung auf meinem Smartphone „Kein Netz“, dann funktioniert natürlich auch diese Art von Spotting nicht. Wir wären ja alle nicht Funkamateure, wenn nicht irgend ein findiger Kopf unter uns schon Alternativen zu dem Spotting über eine App z.B. mit Spotten über eine FT8-Aussendung lanciert hätte. Die Funktion heisst SOTAmat. Zwar wird dafür keine Internetverbindung benötigt, aber damit der Spot dann auf dem Gipfel funktioniert, sind ein paar Vorbereitung im Vorfeld der Aktivierung zu Hause zu treffen – siehe detaillierte Infos dazu unter dem Link oben! Das sogenannte APRS-to-SOTA – Spotting hingegen funktioniert über eine ganz einfache Nachricht, die ihr statt an das Rufzeichen eines anderen Funkamateurs einfach an das Call „SOTA“ schickt – den Syntax der Nachricht, damit daraus auch ein Spot auf SOTAwatch generiert wird, seht ihr im Schnappschuss oben. Bitte beachtet, dass ihr euch einmalig mit Rufzeichen beim Betreiber des APRS-to-SOTA-Gateways anmelden müsst, damit er euer Rufzeichen zur Nutzung freischaltet – eine einfach Mail an stewart.g0lgs(@)gmail.com genügt dafür. Bitte beachtet, dass hier ein I-Gate in Reichweite sein muss, das euer APRS-Paket weiterleitet – andernfalls funktioniert natürlich auch das APRS-to-SOTA-Spotting nicht. APRS-to-SOTA hat übrigens einen eigenen Quittierungsdienst implementiert, und falls euer Spot-Paket nicht von einem „only-RX-Gateway“ empfangen und weitergeleitet wird, sondern von einem Digipeater mit TX-Funktion und Anbindung ans Internet, dann kriegt ihr eine Quittung in Form einer APRS-Message mit „spotted“, sobald euer Spot auf SOTAwatch erschienen ist. Bei unseren letzten SOTA-Aktivitäten im Wallis haben Carine und ich übrigens mit Freude festgestellt, dass nach Jahren der „APRS-Funkstille“ nun auch im Unterwallis und im Oberwallis wieder je ein I-Gate an einem zentralen Standort zur Verfügung steht 🙂

Um den Punkt mit der Übertragungsrate von mickrigen 1200 Bit/s noch einmal aufzugreifen: Ja, APRS ist trotz der verschwindend kleinen Rate eine nach wie vor interessante Funktion für verschiedene Amateurfunk-Anwendungen, und die APRS-Funktionalität ein Feature, das das FT-5DE von YAESU zu einem ganz besonders interessanten Kandidaten macht, wenn’s um die Anschaffung eines neuen Handfunkgerätes geht 🙂 Siehe dazu auch unseren Beitrag Ist mein Handfunkgerät noch up-to-date?

Faszination Kurzwelle – Bei hoher Sonnenaktivität täglich im Äther um den Globus

Carine, HB9FZC an unserer Amateurfunkstation auch immer wieder gerne auf DX-Jagd

Neben der Entwicklung, dem Aufbau und dem Unterhalt von und an Kommunikationseinrichtungen aller Art ist auch die Kontaktpflege zu anderen Funkamateuren in der ganzen Welt ein wichtiges und
interessantes Betätigungsfeld des lizenzierten Funkamateurs, und es macht viel Spass sich mit  Gleichgesinnten über Landesgrenzen hinaus und quer durch die Gesellschaftsschichten auszutauschen. Funkamateure nutzen dazu seit Jahrzehnten die Kommunikation über Satelliten. Bei vielen OM’s (Old Man = männlicher Funkamateur) und YL’s (Young Lady = weibliche Funkamateurin) kommt aber erst recht Spannung auf, und es fängt an zu kribbeln, wenn für die weltweite Funkkommunikation natürliche Phänomene wie z.B. die Reflexion von Funksignalen an der Ionosphäre genutzt werden können. Die verschiedenen Schichten der Ionosphäre vermögen es zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten Funksignale unterschiedlicher Frequenzbereiche zur Erde zurück zu reflektieren. Diese Eigenschaft ist – abhängig von der Sonnenaktivität – mehr oder weniger ausgeprägt, und durch die Reflexion unserer Funksignalen in unterschiedlichen Höhen können mehr oder weniger grosse Strecken überbrückt werden.

Seid ihr schon aktiv auf den KW-Bändern? Auf unserer Seite Auf Kurzwelle um die Welt greifen wir die wichtigsten Aspekte der Kommunikation auf der Kurzwelle auf und verraten euch Tipps und Tricks rund um die „Faszination DX“. Wir haben die Seite noch um einige zusätzliche, interessante Themen für euch erweitert – Klickt doch mal rein!

Dass es sogar mit äusserst geringen Sendeleistungen auf den Kurzwellenbändern rund um den Globus gehen kann, dass haben wir für euch spontan mitgeschnitten bei einem ganz besonderen „On-Air-Experiment“…


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Amateurfunk ist tot!

Solche Aussagen höre ich immer wieder – interessanterweise oftmals von OMs, die schon seit Jahrzehnten QRV sind. Es wird regelrecht gejammert, dass unser Hobby im Aussterben begriffen sein soll, und dass man ganze Nachmittage CQ rufen könne, ohne jemals eine Antwort zu bekommen. Hmmmmm….. ich frage mich dann selber jeweils, ob der OM, der da auf einem Repeater „referiert“, wirklich demselben Hobby nachgeht, wie ich es seit bald 40 Jahren tue? Zweifellos: Die Aktivitäten innerhalb des Amateurfunks haben sich über die vergangenen Jahre in andere und in neue Bereiche verschoben – auf den Amateurfunk-Relais herrscht tatsächlich oftmals einfach nur „Stille“, und die Funkamateure, die ihre Aktivitäten hauptsächlich z.B. ins DMR-Netz verlegen, werden von der „offenen AFU-Community“ halt weitgehend gar nicht mehr wahrgenommen und scheinen das Hobby aufgegeben zu haben. Neue Digitale Betriebsarten wie FT8 sind zweifellos eine Bereicherung und wertvolle Ergänzung in der Jagd auf DX-Stationen, wenn man sie denn gezielt einsetzt, aber sie tragen leider auch dazu bei, dass heute viele OMs und YLs in ihrem Hobby lediglich noch die Computermaus über die WSJT-X-Oberfläche bewegen, und sich ihre ganze On-Air Aktivität über ultraschmale Bandsegmente erstreckt.

Aber: Nein, der Amateurfunk lebt, und OMs und YLs rund um den Globus sind aktiver denn je 🙂 

Wenn man ganz simpel mal das Absetzen eines CQ-Rufs auf einem FM-Repeater als „Komfort-Zone“ bezeichnen möchte, dann kann es durchaus Sinn machen, sich eben mal aus dieser „Komfort-Zone“ heraus zu bewegen 😉 Besonders Portabelaktivitäten auf den Kurzwellenbändern erfreuen sich heute zunehmender Beliebtheit. Modernes Equipment gibt uns die Möglichkeit Amateurfunk auch im Freien geradezu unglaublich aktiv und lebendig zu erleben – täglich und ganz besonders in den konventionellen Betriebsarten wie FM und SSB, ja sogar die von vielen schon seit Jahrzehnten totgesagte Morsetelegraphie ist bei den „Draussenfunkern“ noch heute ganz hoch im Kurs.

YL Carine, HB9FZC auf dem Bettmerhorn, HB/VS-209 bei ihrer allerersten Solo-SOTA-Aktivierung auf KW in SSB und CW

Carine, HB9FZC ist seit 2015 lizenzierte Funkamateurin CEPT Class A. Ganz besonders fasziniert ist sie von der Morsetelegraphie und davon durch Amateurfunk mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten zu können, zu deren Kulturen sie ohne die Verständigung über Funk nie einen Draht gefunden hätte. Als passionierte Berggängerin erkundet Carine zusammen mit ihrem OM René, HB9NBG seit über 20 Jahren die Schweizer Alpenwelt zu Fuss. Vor 10 Jahren haben die beiden das Bergfunk-Diplomprogramm SOTA für sich entdeckt und haben dadurch sowohl den Amateurfunkbetrieb als auch die Planung und Durchführung von Bergtouren von einer ganz neuen, sehr faszinierenden Seite kennengelernt. Im Herbst 2025 geht’s für Carine zum allerersten Mal ganz alleine auf SOTA-Tour – René hütet derweil aufgrund einer ermüdenden Antibiotika-Therapie den Shack zu Hause und hört Carine als SOTA-Chaser zu, wie sie auf einem SOTA-Gipfel in ihrem Heimatkanton Wallis ohne Unterstützung ihr allererstes kombiniertes CW/SSB-Pile-Up als SOTA-Aktivatorin abarbeitet. Carine schreibt zur Tour in unserem Online-Tagebuch Folgendes: «SOTA im goldenen Herbst – Letzte Bonustour: Riederhorn, HB/VS-111, 2231m, 8 SOTA-Punkte – Churz und zügig. Heute starte ich meine letzte Solo-SOTA-Tour auf der Riederalp West. Kaum gestartet auf dem Geisspfad, stehe ich auch schon auf dem Riederhorn. Ich glaube, das ist der kürzeste Aufstieg in meiner 10-jährigen SOTA-Karriere 😉 Die Rundumsicht ist berauschend: u.a. der Aletschgletscher und das Matterhorn haben es mir angetan 🙂 Mein ultraleichtes Amateurfunk-Equipment bestehend aus KX2+Antenne AX1+AXE1 ist wiederum ruckzuck aufgebaut. Das Resultat lässt sich sehen: Ein Mix aus 27 Morse- und Sprech-Funkverbindungen – sogar ein CW-QSO und mehrere SSB-QSO auf 20m und 40m mit dem „Maa“ 🙂 Zusammengepackt ist schnell, das obligate Gipfel-Fotoshooting inkl. Videos sind gemacht, und nach einem letzten Blick vom Riederhorn in alle Richtungen geht’s retour zur Riederalp West. Weniger als 2km reine Marschstrecke, kaum merkbare ca. 280 Höhenmeter Aufstieg, ca. 280 Höhenmeter Abstieg und etwas mehr als 1Std reine Marschzeit… Nun freue ich mich riesig die nächsten Tage wieder gemeinsam mit dem „Maa“ auf SOTA-Tour zu sein“ … Schaut mal, wie souverän Carine den «On-Air-Ansturm gemeistert hat….


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Habt ihr Amateurfunk draussen schon mal probiert? Ich meine jetzt natürlich nicht ein CQ mit dem Handfunkgerät über ein Relais, wo meistens nicht einmal Rauschen zu lauschen ist, sondern SOTA, POTA, WWFF usw… . Da jedenfalls macht die On-Air-Aktivität alles andere als den Anschein, der Amateurfunk sei tot 🙂 z.B. SOTA kann man übrigens mit sehr kleinem Aufwand sogar auf vielen „kleinen Hügelchen“ praktizieren, und dabei werdet ihr euren Ohren nicht trauen, wie viele OMs und YLs euch schon auf den allerersten CQ-Ruf antworten 🙂

Amateurfunk mit einer Wanderung zu verbinden und dabei mit wenig „Hardware-Aufwand“ und QRP-Equipment QSOs rund um den Globus zu fahren und sogar grossartige DX zu loggen, das macht unglaublich viel Spass. Aber wie funktioniert eigentlich SOTA? Gibt’s bei mir in der Nähe sogar einen kleinen SOTA-Gipfel, auf dem ich mal erste Erfahrungen sammeln kann? Was brauche ich dafür? Wie und womit logge ich meine QSOs auf dem SOTA-Gipfel? Carine und ich sind selber seit 10 Jahren als SOTA-Aktivierer auf Tour und haben dabei schon fast 900 SOTA-Gipfel in der Schweizer Bergwelt aktiviert. 2017 haben wir zum ersten Mal unseren Workshop SOTA für Einsteiger durchgeführt und dafür auch ein Dossier mit den Grundlagen zum SOTA-Betrieb verfasst. In den 8 Jahren, die seither vergangen sind, durften Carine und ich dank SOTA unzählige grossartige Bergtouren erleben und dabei Tausende von QSOs in FM, SSB und CW mit allen Kontinenten loggen. Aus allen unseren Erfahrungen haben wir das Essenzielle für euch herausgepickt und präsentieren euch jetzt unser neues, 44-seitiges Werk „SOTA – Das Handbuch“, das euch Step-by-Step erklärt, wie ihr selber erfolgreich und mit viel Spass in die Betriebsart SOTA einsteigt und dabei schon bald eure ersten On-Air-Gipfelerfolge feiert

SOTA – Das Handbuch  |  SOTA von A-Z auf 44 Seiten in Farbe (Auflage Februar 2025)  |  CHF 29.90

Amateurfunk lebt! Und in diesem Sinne wünschen wir euch ganz viel Spass, Spannung und Erfolg bei euren Aktivitäten in Bereichen unseres Hobby, wo auch heute noch täglich die Post abgeht 🙂

vy 73 de René, HB9NBG + 73/88 de Carine, HB9FZC