„Draussenfunken“ eröffnet uns Funkamateuren Tür und Tor unser Hobby mit Aktivitäten im Freien zu kombinieren. Viele Funkamateure haben aufgrund von Antennen-Restriktionen nicht die Möglichkeit von zu Hause auf den KW-Bändern QRV zu sein, oder sie sind aufgrund ihres Standorts oder durch den hohen Grundrauschpegel stark eingeschränkt, was ihre Möglichkeiten beim Mitmischen im „DX-Geschäft“ betrifft. Portabel-Diplom-Programme wie SOTA, POTA, WWFF, etc. erfreuen sich deshalb zunehmender Beliebtheit – sie lassen sich mit kleinerem „Hardware-Aufwand“ betreiben, und weil Du für Deine „Chaser“ und „Hunter“ bzw. Jäger ein attraktiver QSO-Partner bist, kommt auch die Funkpraxis und damit der Spass am Funken nicht zu kurz. Vor allem bei den SOTA-Funkern kann eine sogenannte Aktivierung bei entsprechender Gestaltung auch mit mehr oder weniger intensiver sportlicher Ertüchtigung verbunden sein – SOTAler in den Alpenländern verbinden ihre Funk-Aktivitäten immer wieder gerne mit ausgedehnten Bergtouren. Auch für Carine und mich ist SOTA die Gelegenheit unsere beiden grössten Leidenschaften Amateurfunk und Bergwandern miteinander zu kombinieren. Seit 10 Jahren erkunden wir die Schweizer Bergwelt inzwischen nicht bloss mit Bergwanderausrüstung, sondern auch mit Amateurfunkgeräten und ultraleichtem Antennenequipment im Rucksack und erleben dabei sowohl die Schweizer Bergwelt als auch den Amateurfunk immer wieder auf besonders eindrückliche Weise. Vor einigen Jahren haben wir dabei damit begonnen von jeder unserer Touren einen kleinen Bericht mit einigen Highlights der Tour, Informationen zum Equipment, das wir dabei eingesetzt haben, und auch immer wieder mit kleinen Anekdoten gespickt, zu schreiben. Einige dieser Touren möchten wir für euch herauspflücken und sie euch hier als „Tourentipp zur Nachahmung“ präsentieren – heute mit einer schönen Tour über 2 SOTA-Gipfel zwischen dem ausklingenden Winter und dem aufbrechenden Frühling im Solothurner Jura …
Punkt 1074 bei Rotmatt, HB/SO-024 auf 1074m (2 Punkte) und Hohe Winde, HB/SO-009 auf 1205m (2 Punkte)
Nach den winterlichen Aktivierungen in der Bern-Jurassischen Nebelsuppe gestern, freuen wir uns heute auf einen sonnigen Frühlingstag. Sternenklar zeigt sich der Himmel dann auch, als wir kurz nach 6:30Uhr ins Bachmättli in Unterbeinwil fahren. Der Tag bricht an. Die Luft ist noch kühl und Reif bedeckt die grünen Wiesen, als wir den Aufstieg Richtung Rotmatt unter die Füsse nehmen. Nicht Fuchs und Hase sagen sich gute Nacht, nein, ein Fuchs und ein Reh sagen uns guten Morgen, als wir frohen Mutes bergwärts ziehen. Die Mittlere Rotmatt ist erreicht und das Wiesengrün wechselt zu Schneeweiss. Bei strahlendem Sonnenschein besteigen wir den Punkt, der auf 1074m hoch über der Rotmatt thront… Geschafft! Aber was ist das denn? Die Bise bläst empfindlich! Definitiv nicht der Moment, um HB9NBG’s 5m hohe Clever-Whip in Stellung zu bringen. Carine versucht ihr Glück statt dessen zuerst mit ein bisschen Morsen mit dem KH1 auf 20m – Ernüchterung: Nach 10Min. des Hämmerns von Morsezeichen in den Äther antwortet gerade mal ein Engländer. Programm-Änderung! Der KH1 wird versorgt, und statt dessen kommt wieder einmal der KX2 mit aufgesetzter Teleskopantenne im Handy-Style zum Einsatz. Es „räblet“, und innert weniger Minuten landen insgesamt rund 20 Phonie-Verbindungen in unseren Logs – man ist entzückt und tritt den Abstieg zur Mittleren Rotmatt an 🙂 Es geht in den heutigen Schlussaufstieg auf die Hohe Winde, HB/SO-009, wo wir uns bei 10cm Neuschnee in einem echten Wintermärchen wiederfinden. Die Sonne lacht vom stahlblauen Himmel, als wir grad beim Gipfel-Triangel nun doch noch HB9NBG’s 5m hohe Clever-Whip aufbauen… Genial; die Konstruktion auf dem Wanderstock-Stativ bewegt sich auch im zunehmend stürmisch werdenden Südföhn kaum 🙂 Mit viel Elan hämmern Carine und ich nacheinander in die Morsetaste – beim 20m-Band angefangen quer über alle Bänder bis aufs 10m-Band. Am Abend lesen wir zuhause, dass eine gewaltige Sonnen-Eruption wieder einmal die Kurzwellen-Ausbreitung kaputt gemacht hat – Die Signale aus ganz Europa bis zu den Kanaren und Israel donnern trotzdem regelrecht rein: 20 Morse-Funkverbindungen sind geloggt – Erfüllt! Inzwischen wurde aus dem Lüftchen ein beinahe ausgewachsenes Stürmchen. Wir packen zusammen, und schon geht’s bei atemberaubenden Ausblicken – zuerst gegen Süden bis zu den Alpen und schliesslich auf die eindrückliche Inversion über dem Schwarzwald auf den Abstieg… Die Mittlere Rotmatt ist erreicht, und das Schneeweiss wechselt wieder zu Wiesengrün… Gemütlich geht es durch den Wald talwärts zurück ins Bachmättli. Gemütlicher Ausklang bei Ghackts mit Hörnli und Apfelmus und einem kühlen Bier im Alpenblick auf dem Passwang.
Die Daten zur Tour (Aktivierungen vom 8.März 2024)
12km Marschstrecke, 880Hm Aufstieg, 880Hm Abstieg und 3Std 40Min. reine Marschzeit insgesamt
SOTA – Das Handbuch
Die neue Auflage ist da!
SOTA, POTA, WWFF, COTA, etc… Das sind sie; die Betriebsarten, die draussen stattfinden. Hast Du Amateurfunk schon mal im Freien ausprobiert? Viele Funkamateure haben aufgrund ihrer individuellen Wohnsituation nicht die Möglichkeit zu Hause Antennen für den Betrieb auf den Kurzwellen-Bändern aufzubauen. Das Hobby deswegen an den Nagel hängen? Auf keinen Fall! Für uns Bewohner eines Alpenlandes bietet sich der Funkbetrieb von Berggipfeln oder auch schon von Hügeln z.B. im Jura geradezu ideal als Alternative zum Amateurfunkbetrieb zu Hause an. Amateurfunk mit einer Wanderung zu verbinden und dabei mit wenig „Hardware-Aufwand“ und QRP-Equipment QSOs rund um den Globus zu fahren und sogar grossartige DX zu loggen, das macht unglaublich viel Spass Aber wie funktioniert eigentlich SOTA? Gibt’s bei mir in der Nähe sogar einen kleinen SOTA-Gipfel, auf dem ich mal erste Erfahrungen sammeln kann? Was brauche ich dafür? Wie und womit logge ich meine QSOs auf dem SOTA-Gipfel? Carine und ich sind selber seit 10 Jahren als SOTA-Aktivierer auf Tour und haben dabei schon fast 800 SOTA-Gipfel in der Schweizer Bergwelt aktiviert. 2017 haben wir zum ersten Mal unseren Workshop SOTA für Einsteiger durchgeführt und dafür auch ein Dossier mit den Grundlagen zum SOTA-Betrieb verfasst. In den 8 Jahren, die seither vergangen sind, durften Carine und ich dank SOTA unzählige grossartige Bergtouren erleben und dabei Tausende von QSOs in FM, SSB und CW mit allen Kontinenten loggen. Aus allen unseren Erfahrungen haben wir das Essenzielle für euch herausgepickt und präsentieren euch jetzt unser neues, 44-seitiges Werk „SOTA – Das Handbuch“, das euch Step-by-Step erklärt, wie ihr selber erfolgreich und mit viel Spass in die Betriebsart SOTA einsteigt und dabei schon bald eure ersten On-Air-Gipfelerfolge feiert
SOTA – Das Handbuch | SOTA von A-Z auf 44 Seiten in Farbe (Auflage Februar 2025) | CHF 29.90
Das Handbuch ist ab Lager lieferbar – jetzt bestellen per Mail an info@lutz-electronics.ch !
Mehr Literatur aus der Funkpraxis ihr unter Funkpraxis – Literatur.