Im Urlaub QRV

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als Carine und ich SOTA noch nicht kannten und immer mal wieder eine Woche „stationäre“ Ferien gemacht hatten. Das kleine Bergdörfchen Grächen im Oberwalliser Mattertal war eine sehr beliebte Destination für uns – im Sommer und Herbst für Wanderferien und im Winter für Skiferien. Einquartiert waren wir dabei in einer kleinen, gemütlichen Ferienwohnung. Immer mit ins Gepäck musste schon damals natürlich das Handfunkgerät, das bei den Tageswanderungen als treuer Begleiter im Rucksack mitreiste und uns so manches lustiges und sympathisches QSO mit den lokalen HAMs oder anderen Feriengästen in der Region bescherte. Um am Abend auch ein wenig Kurzwellenbetrieb machen zu können, wurde jeweils auch unser damaliges „Portabel-Funkgerät“, der FT-897 mit dem angehängten ATU und eine Endgespeiste Drahtantenne mit ins Auto gepackt, die vom Balkon der Ferienwohung über ein paar Bäume neben dem Ferienhaus gespannt wurde. So richtiges KW-Funkfeeling wollte mit dem Setup allerdings nie wirklich aufkommen 😉

Die Welt hat sich verändert, und – auch im Amateurfunk – stehen uns heute ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung als vor etwa 12 Jahren (von damals stammt das Foto oben). Die „Draussenfunker-Bewegung“ hat Equipment hervorgebracht, das so leicht und gleichzeitig leistungsfähig ist, um nun wirklich von überall mit kleinstem Aufwand QRV zu sein. Und sogar die „Antennenphobie“, die in der Gesellschaft heute weit verbreitet ist, hat ihre durchaus positive Kehrseite: Remotebetrieb ist salonfähig geworden. Im Urlaub QRV zu sein, das ist heute definitiv einfacher als noch vor einigen Jahren, und wir haben das richtige Equipment dafür 🙂

Mit dem KX2 und der AX3 auf einer kleinen Wanderung mit der Familie

Natürlich nicht nur da! Wayne, N6KR ist der Entwickler sowohl des KX2 als auch der AX3, und seine Idee war es Equipment hervorzubringen, mit dem sich für ein paar Stunden KW-Betrieb auf allen Bändern sowohl in SSB als auch in CW machen lässt – mit kleinstem Aufwand und nun wirklich fast überall. Wie’s funktioniert zeigen wir euch in unserem Video…


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Mit dem KH1, dem „Morse-Handy“, das in jede Jackentasche passt

Die Möglichkeit Elektronische Schaltungen zu miniaturisieren, wie man es sich bis vor einigen Jahren noch nicht vorstellen konnte, hat Wayne schliesslich Tür und Tor geöffnet, sich mit der Entwicklung des KH1 einen Traum zu erfüllen, den er – nach seiner eigenen Aussage – seit der Kindheit gehegt hatte. Einen Ort, an dem sich nicht ganz spontan ein paar CW-QSOs loggen lassen, gibt’s damit definitiv nicht mehr…


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Oder mit dem K4/0 über Remote mit echten „Funkfeeling“

Das ist die Option, die ich persönlich heute wähle, wenn wir für ein paar Tage irgendwo hin verreisen, wo wir ausnahmsweise mal nicht mit Wanderschuhen und Rucksack unterwegs sind 😉 Ich stelle das K4/0 ganz einfach auf den Tisch – z.B. im Hotelzimmer, in der Ferienwohnung oder sogar im Speiserestaurant des Zugs und verbinde mich mit dem WLAN-Hotspot meines Smartphones, und schon bin ich QRV über meinen K4 zu Hause im Shack – als ob ich da sitzen würde. Der Akku ist im K4/0 integriert, und ich bin völlig unabhängig QRV für ca. 4 – 6 Stunden. Auch um meinen Freunden und Bekannten mal zu zeigen, wie Amateurfunk funktioniert, oder z.B. um Amateurfunk an Ausstellungen oder anderen Events der Öffentlichkeit live vorzuführen ist die Remote-Lösung von ELECRAFT echt einsame Spitze 🙂


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Wir haben übrigens gestern von ELECRAFT die Mitteilung erhalten, dass die erste Anlieferung der neuen K4/0-Remote-Devices Ende September / Anfang Oktober bei uns eintreffen wird.

Ihr seht, sogar für den eingefleischten Funkamateur – allenfalls in Sorge darum ein seltenes, neues DXCC zu verpassen – gibt’s heute keinen Grund mehr nicht in den Urlaub zu fahren 😉 Wir haben für jeden Fall die richtige Lösung für euch 🙂

Unser 300. YouTube-Video ist online

10 Jahre gibt’s unseren YouTube-Kanal jetzt schon. Angefangen hatte es damals mit ultrakurzen Gipfel-Videoclips, die wir in erster Linie mit unseren SOTA-Freunden teilen wollten. Aus den ultrakurzen Clips wurden über die Jahre kleine Videos, unser YouTube-Kanal wurde vielfältiger, und inzwischen gibt’s auf HB9NBG+HB9FZCs YouTube-Channel 9 verschiedene Playlists mit z.T. etwas aufwändiger produzierten Videos aus verschiedenen Bereichen des Amateurfunks – allesamt mit viel Praxisbezug. Nachdem wir im August unseren 5’000-sten Abonnenten begrüssen durften, haben wir heute mit der Veröffentlichung unseres 300.Videos einen weiteren Meilenstein geknackt; und es knüpft an die Anfänge unseres YouTube-Kanals an: In einem unterhaltsamen Erlebnisbericht nehmen wir euch mit auf unsere epische SOTA-Tour zwischen Davos und Arosa mit der Aktivierung des Valbellahorn, HB/GR-267 und des Schiesshorn, HB/GR-279 – viel Spass dabei wünschen wir euch 🙂


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Die hochwertigen BaMaKey CW-Paddles in Kürze noch einmal verfügbar

Amateurfunk ist unglaublich facettenreich und bietet für kommunikative Menschen mit technischem Flair nahezu grenzenlose Möglichkeiten sich zu betätigen. Nach meinen (HB9NBG) inzwischen bald 36 Jahren Aktivität als lizenzierter Funkamateur hatte Carine vor etwa 5 Jahren bemerkt, dass es doch wohl jetzt an der Zeit sei mich auch einmal ernsthaft mit der Morsetelegraphie zu beschäftigen. „Naja, da gibt’s doch auch noch so viel anderes, worin ich mich als Funkamateur betätigen könnte….“, war meine erste Reaktion. Heute bin ich froh, dass Carine nicht locker gelassen hatte…

Im Sommer 2020 durften wir beide unsere ersten S2S in CW loggen, und inwischen sind wir zumindest so sattelfest in der Morse-Telegraphie, dass wir fast alle unsere SOTA-Aktivierungen in CW-only absolvieren 🙂 Auch an unserer Heimstation sind Carine und ich immer mal wieder auf der Jagd nach seltenen DXCCs – dabei kommen dank der kleinen Bandbreite in CW auch immer wieder DXpeditionen ins Log, die man in SSB aufgrund unseres Standorts hier kaum oder nur mit sehr viel Glück loggen kann; siehe dazu auch unseren Beitrag Der Funkamateur ist auch „Jäger und Sammler“

Morsen ist ein Lebens-Projekt, und am besten praktiziert man die Morse-Telegraphie regelmässig on-air, um die eigenen CW-Skills up-to-date zu erhalten oder sie zu verbessern; aufgrund des einfachen Aufbaus eines QSOs eignen sich dafür besonders gut die „Draussenfunken-Programme“ wie z.B. SOTA. CW zu erlernen, das braucht Einsatz und Durchhaltevermögen – der Aufwand lohnt sich aber auf jeden Fall, und mit jedem geloggten QSO wächst man grad wieder um ein paar Zentimeter 🙂

Wir haben für euch ein paar Tipps auf unserer Seite Morsen unter Funkpraxis gelistet, die euch einige Ideen geben, wie ihr das CW-Training allenfalls selber angehen könnt.

Unsere ganz persönlichere Empfehlung in Sachen CW-Tasten sind die Morsepaddles von BaMaTech. Sicher haben viele von euch schon von dem unerwarteten Silent Key von Markus, DL6YYM gehört, der mit seinen Tasten über die vergangenen Jahre Tausenden von Funkamateuren rund um den Globus viel Freude bereitet hat 🙁 Carine und ich durften Markus leider nie persönlich treffen. Unser enger Elektronischer Kontakt mit ihm und seine äusserst sympathische Art bleibt uns aber in bester Erinnerung. Markus hatte uns noch vor ein paar Wochen informiert, dass sich die Lancierung seiner neuen limitierten Special-Edition der TP-III – Taste um ein paar Wochen verzögern wird, und er auch unsere offenen Bestellungen erst mit etwas Verspätung an uns wird liefern können. Dass er die Auslieferungen an uns jetzt nicht mehr persönlich bearbeiten kann, ist für uns unfassbar und macht uns sehr traurig 🙁 Markus‘ Tochter hat uns aber informiert, dass man bemüht ist uns die ausstehenden Bestellungen aus den Lagerbeständen in den kommenden Wochen noch nachzuliefern. Sowohl die TP-II, die wir selber an unserer Heimstation nutzen, als auch die TP-III, die wir bei unseren SOTA-Aktivitäten mit dem KX2 verwenden, wenn wir mal nicht grad mit unserem kleinen „Liebling“ KH1 QRV sind, und auch eine limitierte Menge der letzten TP-III Special-Edition wird voraussichtlich in den kommenden Wochen bei uns eintreffen. Diejenigen unter euch, die sich noch eine der letzten Tasten von Markus sichern möchten, senden uns bitte eine kurze E-Mail an info@lutz-electronics.ch .

Der Funkamateur ist auch „Jäger und Sammler“

Amateurfunk ist äusserst facettenreich. Besonders der DX-Betrieb (Funkverbindungen rund um den Globus) gehört noch heute zu den spannendsten Tätigkeiten lizenzierter Funkamateure und Funkamateurinnen. Äusserst attraktiv gestaltet sich dabei die Jagd auf sogenannte DX-Peditions, einer speziellen Art von Expeditionen, auf denen  abenteuerlustige Funkamateure an Plätze rund um den Globus reisen, die oftmals unbewohnt und schwer zugänglich sind. Das Ziel dabei ist es jeweils unter z.T. erschwerten Bedingungen leistungsfähiges Amateurfunk-Equipment aufbauen, das während einer begrenzten Zeitdauer betrieben wird, um es anderen Funkamateuren rund um den Globus zu ermöglichen Funkverbindungen zu absolut abgeschiedenen Plätzen herzustellen.

„Amateurfunk? Gibt’s das noch? Aber wieso braucht’s das – jeder kann ja heute mit dem Smartphone rund um den Globus telefonieren!?“, das habt ihr vielleicht auch schon zu hören gekriegt aus eurem Bekanntenkreis? Alles korrekt! Und trotzdem: Noch heute gibt es weltweit rund 3 Millionen Funkamateure, für die die Welt dank drahtloser Kommunikation täglich zum Dorf wird. Amateurfunk kennt keine Grenzen! Egal woher wir kommen, egal wie alt wir sind, egal ob wir einem Handwerklichen oder einen Akademischen Beruf nachgehen – wir Funkamateure sprechen alle dieselbe Sprache 🙂

Carine und ich sind selber begeisterte Funkamateure und horchen mit unserer Kurzwellenstation auch gerne immer mal wieder in die Kurzwellenbänder hinein – meist genügt ein Ruf in den Äther, und schon ist man mit der grossen, weiten Welt in Kontakt…


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Als Rufender gestaltet der Funkamateur die Art und Weise, wie er seine QSOs (Funkverbindungen) führt, selber. Hier im Video hatte ich einfach mal wieder Lust mit ein paar Gleichgesinnten ein paar nette Worte auszutauschen – ich hatte die Antenne Richtung Westen gedreht, meinen Kurzwellen-Transceiver aufs 10m-Band geschaltet und die Sendeendstufe aufgestartet und war gespannt, wer meine Aussendungen hört und mir antwortet. Eine Verbindung muss natürlich nicht so kurz sein und aufs Wesentliche beschränkt – immer wieder ergeben sich in den Weiten des Äthers auch tiefgründige Gespräche, und neben der Technik interessiert man sich durchaus auch für die Lebensumstände des Gesprächspartners und lernt andere Kulturen rund um den Globus hautnah kennen.

Ganz am Anfang des Artikels habe ich die „DX-Peditions“ erwähnt. Sie machen so manchen Funkamateur zum Jäger und Sammler auf bzw. von sogenannten DXCCs. Die Welt der Funkamateure besteht aus 340 sogenannten DXCCs; einfach gesagt sind das 340 verschiedene „Länder“, aus denen Funkbetrieb gemacht wird. Länder steht in Anführungs- und Schlusszeichen, weil unter den DXCCs auch viele Inseln zu finden sind – auch unbewohnte – die grundsätzlich einem Land angehören, das für sich selber ein eigenes DXCC ist. Der „DXCC“ ist der sogenannte DX Century Club, dem ein Funkamateur beitreten kann, wenn er Funkkontakte mit mindestens 100 solcher DXCC-Gebiete durch entsprechende Empfangsbestätigungen (der Funkamateur nennt das QSL) belegen kann. Für viele Funkamateure ist deshalb diese Jagd auf DXCCs ein ganz besonders attraktives und spannendes Tätigkeitsfeld in ihrem Facettenreichen Hobby, und eine originelle QSL-Karte von einer „DX-Pedition“ zu erhalten, die sogar auf einer unbewohnten Insel Funkbetrieb gemacht hat, ist ein grosses Ereignis 🙂 Ich (René, HB9NBG) habe diese Jagd auf DXCCs auch für mich entdeckt und komme dabei auch immer wieder mit schönen Flecken unserer Erde in Funkkontakt. Von den 340 verschiedenen DXCCs konnte ich bisher knapp 250 erreichen, und ich hab‘ mal ein paar davon der vergangenen Monate in eine kleine Foto-Slideshow für euch zusammengestellt…

Falls ihr euch selber mal auf die Jagd nach solchen DX-Peditions machen möchtet, dann schaut doch mal in unsere 2-teilige Videoreihe „DX Basics – Erfolgreich auf DX-Jagd. Das Grosse 1×1“ rein…


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Jetzt wünschen wir euch Good DX und viel Erfolg bei eurer Jagd aufs nächste neue DXCC! Auf den Seiten von ClubLog und DX WORLD.net findet ihr Informationen dazu, welche DX-Peditions ausser 3C3W im Moment auch noch on-air sind. Und falls es euch noch an Equipment fehlt, dann wisst ihr ja, wo ihr uns findet… 😉

vy 73 de René, HB9NBG + 73/88 de Carine, HB9FZC

Gamen? Morsen!

Vergangene Woche habe ich mir mit Interesse einen News-Beitrag im Fernsehen angeschaut; es ging dabei darum, dass auch zunehmend ältere Menschen in unserem Land „gamen“. Ja, tatsächlich: Während „Gaming“ bis vor einigen Jahren noch eine Domäne der 16- bis 29-jährigen war, sind Videospiele am Smartphone oder am Tablet heute für viele Menschen zum unterhaltsamen Zeitvertreib geworden. Die Mitarbeiter der Studie, die dem Fernsehbeitrag zugrunde liegt, sehen in dem Phänomen durchaus auch einen Nutzen: Gaming fördert Problemlösungskompetenz, Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentration. Eine mögliche Vereinsamung dadurch als Kehrseite der Medaille ist allerdings auch nicht ausser Rede zu stellen.

Wir Funkamateure haben ganz einzigartige Möglichkeiten uns geistig fit zu halten und gleichzeitig nicht zu vereinsamen. Viele Funkamateure beschäftigen sich noch heute mit einer Übertragungsart für Nachrichten, die ihren Ursprung im 18.Jahrhundert hat: Wir morsen 🙂

Zeichen werden dabei in kurzen Kombinationen aus Punkten und Strichen codiert, und das klingt so, wie wir das in dem Video oben hören. Der Telegraphist in dem Beispiel morst schon in einem fortgeschrittenen Stadium mit wohl ca. 125 – 130 Zeichen pro Minute – ihr könnt euch vorstellen, dass ein „Gespräch“ in der Art unsere volle Aufmerksamkeit erfordert und damit unsere Konzentration und Reaktionsfähigkeit fördert, wie wohl kein Computerspiel. Und auch vereinsamen kann ich dabei nicht – selbst wenn ich mich stundenlang hinter der Morsetaste verkrieche; denn ich kommuniziere ja dabei über Funk mit einem echten Menschen irgendwo rund um den Globus 🙂

Zugegeben: Bei dem „Morse-Rätsel“ oben muss zumindest ich mich grad recht konzentrieren, um es zu entziffern. Morsen zu lernen ist halt schon eine Lebensaufgabe, aber wenn man mal so weit ist eine solche Message zu verstehen, dann kommt echt ein Gefühl von Stolz auf 🙂 Auf unserer Website haben wir ein paar Tipps für euch zusammengestellt, wie Carine und ich uns das Morsen beigebracht haben: Morsen (CW) – Lutz Electronics, Schweiz

Deshalb: Warum den gamen? Morsen erhält jung und agil und fördert gleichzeitig Soziale Kontakte rund um den Globus – Spannung pur!