Die Swiss HAM / Crypto / Elektronik – Amateurfunk zum Anfassen

Die Gesellschaft verändert sich. Kommunikations-Gewohnheiten bzw. die Möglichkeiten untereinander zu kommunizieren haben sich geradezu revolutionär gewandelt in den vergangenen 40 Jahren. Die „älteren Semester“ unter uns erinnern sich bestimmt noch an die Zeiten, als man noch ein Telefon bei der damaligen PTT mieten musste, um auf elektronischem Weg erreichbar zu sein. Der schwarze Wandapparat mit dem klobigen Hörer am Spiralkabel hing bei vielen Familien im Hausflur und war im wahrsten Sinne „der Draht nach Draussen“. In den 1970er-Jahren kam der CB-Funk auf – das Schweizer Fernsehen hatte darüber einen unterhaltsamen kleinen Beitrag gemacht. Funkamateure gab es damals schon viele Jahrzehnte – sie galten in der Zeit, als auch ich (René, HB9NBG) mit der 11m-Funkerei begonnen hatte als so etwas wie eine absolute Elite.

Mit dem Aufkommen der ersten „NATELs“ – so hiessen in der Schweiz die ersten Mobiltelefon-Netze bzw. die -Telefone – und des Internets hatte die Funkerei sehr rasch an Glanz verloren, und fragt man heute junge Menschen, was sie mit den Begriffen „CB-Funk“ und „Amateurfunk“ in Verbindung bringen, dann strahlen einem meist fragende Gesichter entgegen. Dabei ist „Funken“ noch heute eine äusserst faszinierende Freizeitbeschäftigung mit echt attraktiven Alleinstellungsmerkmalen unter den Hobbies schlechthin. Wer übrigens Lust und Zeit hat zu erfahren, was Carine und mich an unserer grossen Leidenschaft Amateurfunk ganz besonders fasziniert, der kann heute, 2.Februar um 18.15 Uhr mal in die Sendung „Komfortzona“ auf dem Walliser Regionalsender hereinzappen 🙂

Das ist sie, die Crew, die mit ihrem grossen Engagement an der ersten Swiss HAM / Crypto / Elektronik im Museum ENTER am vergangenen Wochenende dazu beigetragen hat, der „Funkerei“ ein attraktives und modernes „Gesicht“ in der Öffentlichkeit zu geben.

Ja, es gibt sie noch heute, wo scheinbar alle immer und überall über „Handys“ und Internet miteinander vernetzt sein können: Die CB-Funker und die Funkamateure. Und am vergangenen Wochenende haben sich im Solothurnischen Derendingen einige von ihnen zusammengefunden, um sie hinauszutragen und auch für Menschen quer durch Altersklassen und Gesellschaftsschichten greifbar zu machen, für die Errungenschaften wie Handys und Soziale Medien schon immer verfügbar waren, oder deren Verfügbarkeit inzwischen ganz einfach zur Selbstverständlichkeit geworden ist: Die Faszination, die noch heute rund 3 Millionen Funkamateure rund um den Globus miteinander verbindet. Und ja: Er ist gesprungen, der Funke… 🙂

Carine und ich sind seit 2016 geschäftlich im Amateurfunk-Business tätig. Gleichzeitig ist Amateurfunk auch unsere ganz grosse Leidenschaft, und in unserer Freizeit gibt es für uns nichts schöneres als die faszinierende Art der Drahtlosen Kommunikation im SOTA-Betrieb in der freien Natur auszuüben. Als einziger vollprofessionell tätiger Amateurfunk-Fachhändler in der Schweiz kommen wir mit sehr vielen Funkamateuren aus allen Schichten der Gesellschaft in Kontakt, und es ergeben sich daraus immer wieder spannende Projekte. Im Herbst 2025 hatte uns Roland, HB9MPJ besucht. Roland war in seiner Beruflichen Laufbahn als Produzent sehr beliebter Fernseh-Formate wie z.B. MTW (Menschen Technik Wissenschaft) im Schweizer Fernsehen und als Pilot von Linien-Flugzeugen tätig. Nach seiner Pensionierung hat er sein „altes“ Hobby Amateurfunk wiederentdeckt, und das berüchtigte „HF-Virus“ wurde sehr rasch reaktiviert 🙂 Durch seine engen Kontakte zur ENTER Technikwelt hat Roland sehr schnell realisiert, dass das Museum, das sich mit der Geschichte der Telekommunikation von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit beschäftigt, einen idealen Rahmen bietet die Faszination Amateurfunk an Menschen heranzutragen, die technisch interessiert und kommunikativ sind, die aber schlichtweg nicht wissen, wo Errungenschaften wie Mobiltelefone und Internet eigentlich ihren Ursprung haben. Der Terminkalender von Carine und mir lässt grundsätzlich wenig Spielraum für Teilnahmen an physischen Events – die HAM RADIO in Friedrichshafen bildet in dem Bereich grundsätzlich die Ausnahme für uns. Spätestens nach unserem ersten Besuch im Museum ENTER war es für Carine und mich allerdings klar, dass man sich eine solche Gelegenheit Amateurfunk einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen, als begeisterter Funkamateur nicht entgehen lassen darf. Da legt man ganz einfach auch als Unternehmer, der zu 100% vom Amateurfunkgeschäft „lebt“, den „Betriebswirtschafts-Kalkulator“ zur Seite und folgt seinem Herzen! Ganz herzlichen Dank an der Stelle an Roland, dass Du an uns gedacht hast, und an alle unsere Mitaussteller und diejenigen, die mit ihren spannenden Vorträgen dazu beigetragen haben unserem grossartigen Hobby Amateurfunk in der Öffentlichkeit ein attraktives, frisches, spannendes und innovatives Gesicht zu geben! All denjenigen aus der Community, die dem mit viel Idealismus geprägten Anlass für die Öffentlichkeit ferngeblieben sind, möchte ich nicht zu nahe treten – und doch möchte ich dazu ein paar Gedanken in die Weiten und Tiefen des Internets werfen: Ein Verband und seine Sektionen erreicht bzw. sie erreichen die Basis nicht, indem man sich auf Vorstands-Ebene selber zelebriert, und die Community generiert keinen Nachwuchs mit Veranstaltungen als „Geschlossene Gesellschaft“. Wir Funkamateure sind keine abgehobene Elite, sondern ein Teil einer aufgeschlossenen und weltoffenen Gesellschaft!

In diesem Sinne danken wir noch einmal all denen, die zum Erfolg dieses grossartigen Events beigetragen haben, für euer grossartiges Engagement und freuen uns bereits auf die Swiss HAM / Crypto / Elektronik – Ausgabe 2027 🙂

vy 73, gl es gud DX de René, HB9NBG + 73/88 de Carine, HB9FZC

Ach, damit ich’s nicht vergesse:
Wusstet ihr, dass ihr als Verein (in der Schweiz) für Öffentliche Anlässe wie die Swiss HAM / Crypto / Elektronik eine „Sprecherlaubnis“ beim BAKOM beantragen und damit bei euren Präsentationen zu unserem Hobby den Besuchern solcher Veranstaltungen die Möglichkeit geben könnt auch ohne Lizenz mit eurem Club-Rufzeichen On-Air zu gehen und so echtes Amateurfunk-Feeling zu erleben? Unsere Standbesucher durften mit der Erlaubnis unter unserem Clubrufzeichen HB9CR auf Sendung gehen, und mit der Remote-Lösung rund um den K4 und dem neuen K4/0 konnten wir echtes Amateurfunk-Feeling vermitteln, ohne dafür an Ort und Stelle eine Antenne aufbauen zu müssen 🙂 Wenn man da die Gedanken etwas weiterspinnt, ergeben sich echt spannende Möglichkeiten Amateurfunk zukünftig noch ein wenig breiter publik zu machen – man denke da z.B. an ein kleines Tischchen in einem Einkaufszentrum oder an einer Gewerbeausstellung, wo ich nur grad etwas Strom brauche, um den K4/0 anzuschliessen (wenn meine Präsentation nicht länger als 5 Stunden dauert, reicht sogar der interne Akku im Remote-Device), und die Remoteverbindung kann ich gegebenenfalls sogar über den WiFi-Hotspot meines Smartphones herstellen.