Sporadic-E Saison beginnt

Kennt ihr die Phänomene der KW-Ausbreitung? In unserem Workshop Funkbetrieb in der Praxis gehen wir jeweils sehr detailliert darauf ein. Im Frühling wird eines der Phänomene für uns Funkamateure aber besonders interessant: Die Ausbreitung mit Reflexion an der Sporadic-E Schicht. Wie es die Bezeichnung verrät, bildet sich diese Schicht der Ionosphäre sporadisch – der Faustregel nach geschieht das sehr häufig im Zeitraum zwischen Mai und September und grundsätzlich nur tagsüber.

Während „echte“ KW-DX-Verbindungen durch Reflexion an den deutlich höher liegenden F-Schichten zustande kommen, sind „Skips“ durch Reflexion an der E-Schicht für die KW-Bänder 20 – 10m einerseits deutlich kürzer – man spricht von „Short-Skip-Bedingungen“- und andererseits vermag es die stark ionisierte E-Schicht auch 6m-Wellen auf 4m und bei idealen Sporadic-E Bedingungen sogar 2m zu reflektieren.

Für die KW-Amateure, die bevorzugt Jagd auf „echte“ DX machen, verschiebt sich damit ihre Haupt-Aktivitätszeit bevorzugt in die Abend- und Nachtstunden. Für SOTA- und andere Portabel-Operateure beginnt die Zeit im Jahr, in der die Signale auf dem 20m-Band aus den Europäischen Ländern geradezu gewaltig stark sind – ganz Europa ist in den Sommermonaten täglich mit 59+ Rapporten mit KX2 und aufgesteckter Teleskopantenne zu erreichen.

Sporadic-E ist aufgrund der äusserst starken Signale ganz besonders auch für Funkverkehr auf 6m, 4m und auf 2m interessant, da schon mit sehr einfachem Equipment und kleinen Sendeleistungen QSOs mit ganz Europa gelingen; sehr beliebt für Sporadic-E-Betrieb im 6m- und im 4m-Band sind Richtantennen, die für diese Frequenzbänder relativ kompakte Abmessungen haben, und selbst mit der Multiband-Vertikal V-2000 gelingen i.d.R. auf 6m QSO’s mit ganz Europa. Auf 2m braucht’s zwar schon deutlich mehr Geduld und auch Glück, damit eine Verbindung über die Sporadic-E Schicht zustande kommt, aber auch hier sind solche DX mit sehr geringem Aufwand möglich – wie absolut beeindruckend es dann aber ist, wenn auf 144 MHz in SSB beispielsweise ein QSO mit den Shetland-Inseln über eine Distanz von rund 2’000km zustande kommt, dass zeigt der Mitschnitt des QSOs von HB9NBG mit GM4IPK am 22.6.1992 auf 2m in SSB – ich hatte damals ein altes SOMMERKAMP FT-290 mit 2.5W Sendeleistung und eine kleine HB9CV-Antenne im Einsatz 🤓 Ein wahrer „Sporadic-E – Alleskönner“ unter den modernen Transceivern ist der FT-991A von YAESU, weil er neben allen KW-Bändern auch 6m und 2m in allen Modulationsarten beherrscht 👍 4m-tauglich sind z.B. die KW-Transceiver FT-710, FT-DX10 und FT-DX101 von YAESU und der KX3 von ELECRAFT mit integriertem 4m-Transverter-Modul.

Wir hatten vor einigen Jahren mal ein kleines Video mit einigen Infos zur Ausbreitung über die Sporadic-E Schicht gemacht mit einer Live-Demo von 6m-Sporadic und von Short-Skip-QSOs im KW-Bereich. Die Technik im Video ist zwar nicht mehr ganz up-to-date, aber die Physikalischen Gesetze wurden in der Zwischenzeit nicht neu definiert 😉


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In diesem Sinne wünschen wir euch allen viel Erfolg im Sporadic-E Betrieb, und falls euch noch entsprechendes Equipment dafür fehlt, dann sind wir gerne für euch da 👍