Amateurfunk ist tot!

Solche Aussagen höre ich immer wieder – interessanterweise oftmals von OMs, die schon seit Jahrzehnten QRV sind. Es wird regelrecht gejammert, dass unser Hobby im Aussterben begriffen sein soll, und dass man ganze Nachmittage CQ rufen könne, ohne jemals eine Antwort zu bekommen. Hmmmmm….. ich frage mich dann selber jeweils, ob der OM, der da auf einem Repeater „referiert“, wirklich demselben Hobby nachgeht, wie ich es seit bald 40 Jahren tue? Zweifellos: Die Aktivitäten innerhalb des Amateurfunks haben sich über die vergangenen Jahre in andere und in neue Bereiche verschoben – auf den Amateurfunk-Relais herrscht tatsächlich oftmals einfach nur „Stille“, und die Funkamateure, die ihre Aktivitäten hauptsächlich z.B. ins DMR-Netz verlegen, werden von der „offenen AFU-Community“ halt weitgehend gar nicht mehr wahrgenommen und scheinen das Hobby aufgegeben zu haben. Neue Digitale Betriebsarten wie FT8 sind zweifellos eine Bereicherung und wertvolle Ergänzung in der Jagd auf DX-Stationen, wenn man sie denn gezielt einsetzt, aber sie tragen leider auch dazu bei, dass heute viele OMs und YLs in ihrem Hobby lediglich noch die Computermaus über die WSJT-X-Oberfläche bewegen, und sich ihre ganze On-Air Aktivität über ultraschmale Bandsegmente erstreckt.

Aber: Nein, der Amateurfunk lebt, und OMs und YLs rund um den Globus sind aktiver denn je 🙂 

Wenn man ganz simpel mal das Absetzen eines CQ-Rufs auf einem FM-Repeater als „Komfort-Zone“ bezeichnen möchte, dann kann es durchaus Sinn machen, sich eben mal aus dieser „Komfort-Zone“ heraus zu bewegen 😉 Besonders Portabelaktivitäten auf den Kurzwellenbändern erfreuen sich heute zunehmender Beliebtheit. Modernes Equipment gibt uns die Möglichkeit Amateurfunk auch im Freien geradezu unglaublich aktiv und lebendig zu erleben – täglich und ganz besonders in den konventionellen Betriebsarten wie FM und SSB, ja sogar die von vielen schon seit Jahrzehnten totgesagte Morsetelegraphie ist bei den „Draussenfunkern“ noch heute ganz hoch im Kurs.

YL Carine, HB9FZC auf dem Bettmerhorn, HB/VS-209 bei ihrer allerersten Solo-SOTA-Aktivierung auf KW in SSB und CW

Carine, HB9FZC ist seit 2015 lizenzierte Funkamateurin CEPT Class A. Ganz besonders fasziniert ist sie von der Morsetelegraphie und davon durch Amateurfunk mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten zu können, zu deren Kulturen sie ohne die Verständigung über Funk nie einen Draht gefunden hätte. Als passionierte Berggängerin erkundet Carine zusammen mit ihrem OM René, HB9NBG seit über 20 Jahren die Schweizer Alpenwelt zu Fuss. Vor 10 Jahren haben die beiden das Bergfunk-Diplomprogramm SOTA für sich entdeckt und haben dadurch sowohl den Amateurfunkbetrieb als auch die Planung und Durchführung von Bergtouren von einer ganz neuen, sehr faszinierenden Seite kennengelernt. Im Herbst 2025 geht’s für Carine zum allerersten Mal ganz alleine auf SOTA-Tour – René hütet derweil aufgrund einer ermüdenden Antibiotika-Therapie den Shack zu Hause und hört Carine als SOTA-Chaser zu, wie sie auf einem SOTA-Gipfel in ihrem Heimatkanton Wallis ohne Unterstützung ihr allererstes kombiniertes CW/SSB-Pile-Up als SOTA-Aktivatorin abarbeitet. Carine schreibt zur Tour in unserem Online-Tagebuch Folgendes: «SOTA im goldenen Herbst – Letzte Bonustour: Riederhorn, HB/VS-111, 2231m, 8 SOTA-Punkte – Churz und zügig. Heute starte ich meine letzte Solo-SOTA-Tour auf der Riederalp West. Kaum gestartet auf dem Geisspfad, stehe ich auch schon auf dem Riederhorn. Ich glaube, das ist der kürzeste Aufstieg in meiner 10-jährigen SOTA-Karriere 😉 Die Rundumsicht ist berauschend: u.a. der Aletschgletscher und das Matterhorn haben es mir angetan 🙂 Mein ultraleichtes Amateurfunk-Equipment bestehend aus KX2+Antenne AX1+AXE1 ist wiederum ruckzuck aufgebaut. Das Resultat lässt sich sehen: Ein Mix aus 27 Morse- und Sprech-Funkverbindungen – sogar ein CW-QSO und mehrere SSB-QSO auf 20m und 40m mit dem „Maa“ 🙂 Zusammengepackt ist schnell, das obligate Gipfel-Fotoshooting inkl. Videos sind gemacht, und nach einem letzten Blick vom Riederhorn in alle Richtungen geht’s retour zur Riederalp West. Weniger als 2km reine Marschstrecke, kaum merkbare ca. 280 Höhenmeter Aufstieg, ca. 280 Höhenmeter Abstieg und etwas mehr als 1Std reine Marschzeit… Nun freue ich mich riesig die nächsten Tage wieder gemeinsam mit dem „Maa“ auf SOTA-Tour zu sein“ … Schaut mal, wie souverän Carine den «On-Air-Ansturm gemeistert hat….


Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren »

Habt ihr Amateurfunk draussen schon mal probiert? Ich meine jetzt natürlich nicht ein CQ mit dem Handfunkgerät über ein Relais, wo meistens nicht einmal Rauschen zu lauschen ist, sondern SOTA, POTA, WWFF usw… . Da jedenfalls macht die On-Air-Aktivität alles andere als den Anschein, der Amateurfunk sei tot 🙂 z.B. SOTA kann man übrigens mit sehr kleinem Aufwand sogar auf vielen „kleinen Hügelchen“ praktizieren, und dabei werdet ihr euren Ohren nicht trauen, wie viele OMs und YLs euch schon auf den allerersten CQ-Ruf antworten 🙂

Amateurfunk mit einer Wanderung zu verbinden und dabei mit wenig „Hardware-Aufwand“ und QRP-Equipment QSOs rund um den Globus zu fahren und sogar grossartige DX zu loggen, das macht unglaublich viel Spass. Aber wie funktioniert eigentlich SOTA? Gibt’s bei mir in der Nähe sogar einen kleinen SOTA-Gipfel, auf dem ich mal erste Erfahrungen sammeln kann? Was brauche ich dafür? Wie und womit logge ich meine QSOs auf dem SOTA-Gipfel? Carine und ich sind selber seit 10 Jahren als SOTA-Aktivierer auf Tour und haben dabei schon fast 900 SOTA-Gipfel in der Schweizer Bergwelt aktiviert. 2017 haben wir zum ersten Mal unseren Workshop SOTA für Einsteiger durchgeführt und dafür auch ein Dossier mit den Grundlagen zum SOTA-Betrieb verfasst. In den 8 Jahren, die seither vergangen sind, durften Carine und ich dank SOTA unzählige grossartige Bergtouren erleben und dabei Tausende von QSOs in FM, SSB und CW mit allen Kontinenten loggen. Aus allen unseren Erfahrungen haben wir das Essenzielle für euch herausgepickt und präsentieren euch jetzt unser neues, 44-seitiges Werk „SOTA – Das Handbuch“, das euch Step-by-Step erklärt, wie ihr selber erfolgreich und mit viel Spass in die Betriebsart SOTA einsteigt und dabei schon bald eure ersten On-Air-Gipfelerfolge feiert

SOTA – Das Handbuch  |  SOTA von A-Z auf 44 Seiten in Farbe (Auflage Februar 2025)  |  CHF 29.90

Amateurfunk lebt! Und in diesem Sinne wünschen wir euch ganz viel Spass, Spannung und Erfolg bei euren Aktivitäten in Bereichen unseres Hobby, wo auch heute noch täglich die Post abgeht 🙂

vy 73 de René, HB9NBG + 73/88 de Carine, HB9FZC

Ein Video geht „viral“

Solche Schlagzeilen liest man schon mal in den Medien, wenn jemand irgendetwas unglaubliches, ja beinahe unfassbares filmt und den Clip auf Social Media-Portale hochlädt. Gemeint ist damit, dass der Clip sich wie ein Virus in Windeseile in den Internetportalen rund um den Globus verbreitet und dabei tausendfach geteilt wird. Bei Videoclips aus einer Nische, die nur verhältnismässig wenig Menschen interessiert, muss man den Begriff „viral“ natürlich etwas relativieren. Bei der Amateurfunk-Community scheinen Carine und ich allerdings den Nerv getroffen zu haben, als wir gestern einen ultrakurz-Clip auf Facebook „gestellt“ haben, der mich zeigt, wie ich mit dem neuen Remote-Device K4/0 von ELECRAFT aus einem fahrenden Zug heraus in CW in einem Contest mitmische 🙂 Wir waren ganz schön überrascht, als uns Facebook vier Stunden, nachdem wir den Clip hochgeladen hatten, meldete, dass er bereits über 5’000 mal angeschaut worden war! Die Möglichkeiten, die ELECRAFT dem Funkamateur mit der Remote-Lösung rund um den K4 bietet, scheint die OMs und YLs echt zu beeindrucken. Carine und ich haben uns deshalb spontan dazu entschlossen, das Thema noch ein wenig „vielseitiger“ zu beleuchten und haben unseren K4/0 kurzerhand unter den Arm genommen und damit Amateurfunkbetrieb an Plätzen gemacht, wo heute wohl normalerweise nur telefoniert oder im Internet gesurft wird, und dabei sogar Punkte an zwei Contests verteilt – in SSB und sogar in CW! Wir wünschen beeindruckende Unterhaltung….


Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren »

Die neue tragbare Remote-Einheit K4/0 arbeitet mit integriertem Akku und Wireless-LAN völlig unabhängig und macht damit Amateurfunk nahezu überall verfügbar und wann immer ihr Lust dazu habt. Und weil jeder K4 als Server konfiguriert werden kann, und ihr mit dem K4/0 als «Client» direkt darauf zugreift, seid ihr mit der Remote-Lösung von ELECRAFT auch absolut autonom unterwegs und unabhängig z.B. von Remote-Servern eines Herstellers.

Der K4D ist ab Lager bei uns verfügbar, und die erste Lieferung der neuen Remote-Einheit K4/0 wird voraussichtlich in ca. 2 – 3 Wochen bei uns eintreffen. Gerne unterbreiten wir euch unsere Offerte für eure ganz individuelle Remote-Lösung rund um den K4 🙂 Anfragen bitte per Mail an info@lutz-electronics.ch .

 

MORSERINO: Wir räumen unser Lager!

Viele von uns haben ihre ersten Schritte auf dem Weg zum CW-Operator bzw. zur CW-Operatrice mit dem „MORSERINO“ gemacht. Willy, OE8WKL hatte den einmaligen Morse-Trainer vor ein paar Jahren als Kit lanciert, und wir durften Hunderte der Bausätze an viele von euch verkaufen. An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an Willy für die äusserst angenehme Zusammenarbeit über die vergangenen Jahre.

Mit dem Übertritt von Willy in den wohlverdienten Ruhestand endet auch für uns die „MORSERINO-Ära“. Was uns im Moment noch bleibt, ist ein Restbestand an Akkus für den MORSERINO:

Wir bieten euch diese originalverpackten Akkus zum Spezialpreis von CHF 8.90, solange der Vorrat reicht – für diejenigen unter euch, die den Akku bei uns abholen, fallen nicht einmal Versandkosten an 😉

Sichert auch den Ersatzakku für euren MORSERINO am besten gleich per Mail an info@lutz-electronics.ch – „es hett, solang’s hett!“

Morsen lernen geht übrigens auch ohne MORSERINO 🙂 Schaut euch doch mal unsere wertvollen Tipps auf unserer Seite Morsen (CW) in unseren Funkpraxis-Rubriken an!

Mit 100mW nach Australien funken – geht das?

Mit Amateurfunk wird die Welt zum Dorf. Funkt man zur richtigen Zeit auf dem richtigen Kurzwellenband, dann «erwischt» man auch als Europäer sogar regelmässig Freunde auf der anderen Seite der Erdkugel und plaudert mit ihnen über Dies und Das. Amateurfunk ist ein kommunikatives Hobby für Sie und Ihn und verbindet Menschen rund um den Globus aus unterschiedlichen Kulturen und quer durch die Gesellschaftsschichten. Auch das Experimentieren gehört zum Amateurfunk, und eine Verbindung über sehr weite Distanzen mit QRP (kleine Sendeleistung) herzustellen, das ist besonders attraktiv und begeistert selbst Funkamateure, die ihrem Hobby schon seit Jahrzehnten nachgehen. Dass es selbst mit 100mW rund um den Globus funktioniert, das ist aber selbst für erfahrene OMs (Old Man = Funkamateur) und YLs (Young Lady = Funkamateurin) ein richtig grosses Ereignis – so geschehen am Vormittag des 24.9.2025, als René HB9NBG aus dem Dörfchen Grindel in der Nordwestschweiz mit einer Sendeleistung, die fünfmal kleiner ist als die eines lizenzfreien «Walky-Talkys», wie sie z.B. Kinder zum Funken untereinander über Distanzen von einigen 100m verwenden, mal eben ein paar Worte mit Ian, VK3MO in Melbourne, Australien tauscht…


Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube. Mehr erfahren »

In dem Sinne euch allen weiterhin viel Spass und Good DX auf den Bändern 🙂

vy 73 de René, HB9NBG + 73/88 de Carine, HB9FZC

„Die herausragende Clever-Whip“ – Feedback von DG8MAR

Einige von euch kennen Carine und mich als begeisterte Berggänger und SOTA-Aktivatoren. Weil uns „Draussenfunken“ ganz besonders viel Spass macht, wenn wir es im Rahmen einer ausgedehnten Bergtour betreiben können, ist für uns ein möglichst geringes Gewicht unseres Equipments zentral, und wir haben einige Jahre lang fast ausschliesslich mit dem KX2 und aufgesteckter AX1 gearbeitet auf unseren SOTA-Touren – Europa arbeitet der „Draussenfunker“ damit täglich, und mit etwas Glück liegt mit dem „Handy-Style-KW-Equipment“ auch mal ein SSB-QSO an die Ostküste der USA drin.

Anfang 2024 kam uns dann mal die Idee eine Portabel-Antennenlösung zu lancieren, die echt DX-tauglich und dabei trotzdem federleicht ist und im Rucksack kaum mehr Platz benötigt als die kleine AX1 – HB9NBGs Clever-Whip Kit war geboren 🙂

Sehr bald waren erste unglaublich beeindruckende „Field-Tests“ des ersten Prototyps erfolgt, und das Setup wurde laufend optimiert. Ende 2024 konnten wir schliesslich die finale Version definitiv lancieren, und in der Zwischenzeit dürfen einige Dutzend OMs und YLs verteilt in ganz Europa unser Portabel-Antennen-Setup mit Alleinstellungsmerkmalen ihr Eigen  nennen. Einer dieser glücklichen Besitzer ist Martin, DG8MAR. Sein Feedback, das wir vor ein paar Tagen zu HB9NBGs Clever-Whip Kit erhalten haben, hat uns riesig gefreut, und Martin hat zugesagt, dass wir es hier 1:1 veröffentlichen dürfen 🙂 : „Ich möchte mich auf diesem Wege nochmal ganz herzlich für die herausragende Clever Whip bedanken. Das SOTA-Erlebnis wird für mich durch die Whip perfektioniert – die Cleversticks sind hervorragende, leichte und robuste Wanderstöcke, die bei mir mittlerweile bei keiner Bergtour mehr fehlen dürfen. Die Clever Whip lässt sich superschnell aufbauen und zaubert mir immer wieder ein zufriedenes Grinsen in‘s Gesicht, weil sie an meinem IC-705 in kürzester Zeit abgestimmt ist und für hervorragende Rapporte sorgt. Nach dem ersten CQ SOTA auf 20 m neulich auf dem Trattberg OE/SB-337 kam sofort ein Ruf von der Insel Menorca – und es folgen in wenigen Minuten 8 weitere tolle Verbindungen nach EA, IN, UR, GW. Hier ein Foto meiner letzten Aktivierung vom Trattberg. Ich denke gerade als nächsten Schritt darüber nach, für längere Touren mir einen Elecraft KX2 zuzulegen. Der IC-705 macht mir Freude, aber die bekannten Nachteile gegenüber dem KX2 wiegen leider schwer (im wahrsten Sinne des Wortes)…“

Herzlichen Dank noch einmal an Dich, lieber Martin und weiterhin ganz viel Spass beim „Draussenfunken“ mit HB9NBGs Clever-Whip Kit! Die Offerte für den KX2 ist in Arbeit 😉

Übrigens:
Unter SOTA-Setups zeigen wir euch unterschiedliche Portabel-Konfigurationen, die Carine und ich selber nutzen bei unseren Aktivitäten.