HB9NBG+HB9FZCs SOTA-Sommer 2023

„Time to make a Summer-Break“; mit diesem Slogan hatten Carine und ich unsere diesjährigen SOTA-Sommeraktivitäten Anfang Juli 2023 angekündigt. Die Funkamateure unter den Besuchern unserer Website kennen den Begriff „SOTA“ und wissen, dass es sich dabei um eines der vielen Betätigungsfelder im äusserst facettenreichen Hobby Amateurfunk handelt. SOTA wird weltweit betrieben – besonders in den Alpenländern und insbesondere in der Schweiz erlebt die spannende Freizeitbeschäftigung seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Bei den „SOTA-isten“ unterscheidet man zwischen Aktivatoren, die sogenannte SOTA-Gipfel erklimmen und mit Amateurfunk-Equipment Funkverbindungen zu Gleichgesinnten rund um den Globus herstellen und Chasern, die – wie es ihre Bezeichnung verrät – meist von ihrer Amateurfunkanlage zu Hause – im übertragenen Sinn – Jagd auf eben diese Gipfelstürmer machen.

René, HB9NBG mit typischer ‚SOTA-Ausrüstung‘ auf der Pointe d’Orny (3’271m) – es werden Funkverbindungen nach ganz Europa geloggt

Nicht-Funkamateure mögen sich dabei fragen, wo wohl der Sinn darin liegt auf einem Berggipfel zu „funken“ – heute, wo wir alle doch ein Smartphone mit uns tragen und so wenn und (fast) wo immer wir es mögen, mit aller Welt telefonieren können!? Zugegeben: Gute Frage! Manche Funkamateure oder viel mehr Amateurfunk-Verbände ziehen in ihrer Verzweiflung das Dasein unseres Hobbys irgendwie zu begründen oftmals „den Wert des Amateurfunks für die Gesellschaft in Notlagen“ oder „den Amateurfunk als Sprungbrett in eine Technische Berufslaufbahn“ zu Rate – zweifellos Argumente mit Schlagkraft! Amateurfunk darf man aber ganz einfach auch als spannendes Hobby für sich selber betreiben – nicht alles, was uns Spass macht, muss immer einen unmittelbaren Nutzen für irgendwen haben! Auch SOTA hat – sind wir mal ehrlich – grundsätzlich nicht wirklich einen Nutzen für die Gesellschaft. SOTA ist allerdings – mit allem was dazugehört – eine grosse Leidenschaft und eine „Lebensschule“ für denjenigen bzw. für diejenige, die es betreibt: Der SOTA-Aktivator analysiert die Machbarkeit einer Bergtour, er plant, er erkundet das Gelände, er bricht auf zu einem Gipfel, er scheitert vielleicht, oder er erklimmt einen für ihn unerreichbar scheinenden Gipfel und schafft es durch sein technisches Wissen eine Kommunikationsanlage aufzubauen und über Funk Gleichgesinnten rund um den Globus von seinem Gipfelerfolg zu berichten – auch da wo kein „Handyempfang“ verfügbar ist. Freude, Stolz, ja: Begeisterung pur – das ist SOTA für jeden, der eine SOTA-Gipfel-Aktivierung schon selber erleben durfte 😁

René HB9NBG und Carine HB9FZC nach einer luftigen Grat-Kraxelei auf dem Gipfel des Pizzo Nero, HB/TI-031 auf 2’904m hoch über dem Nufenenpass (9.August 2023)

Seit fast 20 Jahren erkunden Carine und ich unsere schöne Schweizer Bergwelt zu Fuss. Unzählige bekannte Mehrtagestouren wie die „Mont Blanc-Tour“, die „Monte Rosa Tour“, die „Tour des Muverans“, die „Tour Dents du Midi“, die „Tour Val de Bagnes“, die „Bernina-Tour“, die „Via Valtellina“, u.v.m haben wir in den Anfängen unserer Bergwander-Karriere gemacht – alles grossartige und bleibende Bergerlebnisse 😎😎 Just an dem Punkt schliesslich, an dem uns die Ideen auszugehen drohten, hörten wir auf einer Wanderung plötzlich jemanden „CQ SOTA…..“ aus unserem Handfunkgerät im Rucksack sprechen. SOTA? Man hatte sich umgehend persönlich beim Rufenden erkundigt, was das denn bedeute: SOTA? Der Funke sprang sofort, und dieser kurze Wortwechsel per Funk war für uns der Start in ein Leben mit Bergtouren in einer neuen Dimension….

31 Ferientage – 26 SOTA-Touren – 30 Gipfelerfolge

Wir schreiben das Jahr 2023 – 22.Juli. Das erste Halbjahr war für uns äusserst arbeitsreich, und wir möchten eigentlich einfach mal nur ausspannen und nichts tun. Man schliesst die Ladentüre und die E-Mail-Box und verabschiedet sich für die nächsten Wochen aus dem Business…. Das Wetter ist trübe, und die Wetterprognosen kündigen alles andere als Sommer an. Eine Leere und Schwere macht sich breit….. Man erinnert sich an die grandiosen SOTA-Sommererlebnisse von 2020, 2021 und 2022, aber irgendwie will weder Vorfreude noch Lust aufkommen 😏

Auf der Suche nach der bei uns im Sommer üblichen Aufbruchstimmung konsultiere ich als unser Tourenplaner trotzdem mal den SOTlas… „Etwas Neues soll es ein!“, so der Wunsch von Carine – ein sogenannter „Unique“, der die „Lust auf mehr“ wecken soll. Ich werde fündig im Simmental: Die Schwidenegg ist neben dem touristisch viel besuchten Gantrisch ein eher unbekannter aber nicht weniger attraktiver Gipfel, und mit erst 7 SOTA-Aktivierungen (der Gantrisch zählt deren 68) genau der richtige Start in unsere Sommer-Aktivitäten 👍 Das Wetter präsentiert sich trübe – unsere Stimmung beim Blick „auf Licht am Ende des Tunnels“ hingegen hellt sich auf 😁😁

HB9NBG+HB9FZCs SOTA-Erfolgssetup: ELECRAFT KX2 mit AX1/AXE1-Teleskopantenne auf Cleverstick SOTA – ‚Wanderstock-Stativ‘ und Original-Mik für SSB, sowie BaMaKey TP-III Taste für CW-Betrieb

Carine packt unsere Wanderausrüstung – ich bin für die „Technik“ verantwortlich. Auf Bergtouren im Gelände, wie wir beide es bevorzugen, ist es zentral, dass das Funk-Equipment im Rucksack möglichst wenig „aufträgt“; d.h. kompakt und leicht soll es sein – gleichzeitig aber genügend Sendeleistung liefern, um zuverlässig Verbindung mit Nah und Fern herstellen zu können. Da hin und wieder eine Hüttenübernachtung in eine Tour eingeflochten wird, wo Lademöglichkeiten oftmals nur beschränkt zur Verfügung stehen, gehört auch ein Ersatz-Akku mit ins Gepäck. Als SOTA-Aktivator, der auch im Alpinen und sogar im Hochalpinen Gelände unterwegs ist, stellt man ganz andere Anforderungen an die eigene Ausrüstung, als sie der Aktivator kennt, der seine Aktivitäten eher mit kleineren Wanderungen z.B. im Jura verbindet. Der unbestritten meistgenutzte Portabel-Transceiver im SOTA-Betrieb ist auch unsere Wahl: Seit nunmehr 7 Jahren setzen wir auf die Qualitäten des ultrakompakten und federleichten KX2 von ELECRAFT. Mit seiner geringen Stromaufnahme ist er unter den KW-Allmode-Transceivern Weltmeister in dieser Disziplin und ermöglicht mit einer Akkuladung gut und gerne die Aktivierung von bis zu 3 SOTA-Gipfeln in typischem SOTA-Betrieb (ca. 40 CW- oder SSB-QSOs pro Aktivierung). Der integrierte ATU (Automatischer Antennentuner) ist grundsätzlich in der Lage fast jedes metallische Gebilde in seiner Impedanz so anzupassen, dass es als Antenne verwendet werden kann 😉. Wir setzen aber auch hier auf eine ultrakompakte Lösung: Die Teleskopantenne AX1 von ELECRAFT kann wahlweise direkt auf den KX2 aufgesteckt – der kleine Transceiver wird so quasi zum KW-Handfunkgerät – oder sie kann abgesetzt auf einem Stativ betrieben werden. Die Antenne ist mit wenigen Handgriffen in 3 Teile zerlegbar (Teleskopstrahler, Basisspule, AXE1-Verlängerunsspule) und hat ein Packmass von 16cm bei einem Gewicht von 150g. Die AX1 arbeitet auf 20m, 17m und 15m, und mit der AXE1 auf 40m und auf 30m. Als „Der Hammer“ haben sich meine neuen Wanderstöcke erwiesen: Die Cleversticks SOTA sind auf den ersten Blick ganz normale Wanderstöcke. Mit dem mitgelieferten und ein wenig optionalem Zubehör lassen sie sich nach der Ankunft auf dem Gipfel  mit wenigen Handgriffen in Sekundenschnelle aber auch in ein robustes, aber ultraleichtes Antennenstativ verwandeln 😁 Gerade für Aktivatoren, die alleine unterwegs sind oder für diejenigen, die auch CW-Betrieb machen möchten, ist dieses abgesetzte Setup unerlässlich – für CW setzen wir übrigens auf die winzig kleine und sehr präzise BaMaKey TP-III. Unser ganzes SOTA-Setup wiegt so weniger als 2kg und ist ein Garant für erfolgreiche SOTA-Aktivierungen auch bei sehr unangenehmen Wetterbedingungen, unter Zeitdruck oder auf extrem ausgesetzten Gipfeln mit sehr wenig Platz – und das mit riesengrossem Spassfaktor 🤓👍

Jetzt kann’s also doch noch losgehen… Trotz anhaltend trübem Wetter und im Gelände mit noch ein wenig wackeligen Beinen wird der Trip ins Simmental zu unserem ersten SOTA-Gipfelerfolg des Sommers 2023. Eine erste leicht Alpine Erfahrung holen wir uns in den darauf folgenden Tagen auf der Pointe de Savolaires, HB/VD-015 und auf der Gummfluh, HB/VD-010, wo wir der 2’500m-Grenze und damit dem ersten 10-Punkte-Gipfel des Sommers schon recht nahe kommen 😎😎 Die Gipfel waren sowohl technisch als auch konditionell schon mal ein guter Einstieg, und wir fühlen uns langsam aber sicher zu Höherem berufen 😁 Es folgen mit 3 Gipfeln im Val de Ferret SOTA-Aktivierungen in einer der landschaftlich schönsten Gegenden der Schweiz. Der 1.August steht an und mit ihm ein „Wetter-Taucher“ – ungenutzt verstreichen lassen wollen wir ihn trotzdem nicht, denn so langsam kommen wir in den uns bekannten „SOTA-Flow“ 🤓🤓 Man flitzt am Abend des 31.Juli auf den Grossen St.Bernhard und setzt am Morgen des 1.August an zum fulminanten Sprint auf den Mont Fourchon, I/VA-142, der exakt auf der Grenze zu Italien steht und erst vor wenigen Monaten der Italienischen SOTA-Association zugesprochen wurde. Gerade mal 1Std 9min hat uns der Aufstieg von der Passhöhe gekostet, und nach einer Turbo-SOTA-Aktivierung – dem entsprechenden SOTA-Equipment sei Dank – schaffen wir auch den Abstieg just bevor der angekündigte Regen einsetzt. Unser SOTA-Flow gewinnt an Fahrt…  nach einem ersten richtigen „Konditionstest“ am Distelhorn, HB/VS-205, hoch über dem wunderschönen Bergdörfchen Grächen im Oberwalliser Mattertal und einem am Tag darauf folgenden Halbtages-Sprint aufs Augstbodhorn, HB/VS-184 geht’s kurz zum Wäschewaschen und Auffüllen des Proviants nach Hause – man ist sich einig, dass man in den nächsten 14 Tagen täglich zumindest 1 Gipfel erklimmen will – es soll sich im weiteren Verlauf zeigen, dass es an insgesamt 4 Tagen sogar zu einer sogenannten Doppelaktivierung kommen wird 😅

Es folgen immer noch beeindruckendere Alpine Gipfelerlebnisse in den Kantonen Graubünden und Tessin, bevor wir unsere 2 Erstaktivierungen des Sommers ins Visier nehmen, darunter das Stellihorn, HB/VS-100 auf 3’436m ganz hinten im Oberwalliser Saas-Tal, das sich als unsere bisherige SOTA-Tour unseres Lebens erweisen sollte. Kommt mit uns auf diese grandiose Tour in unserem SOTA-Tagebuch-Eintrag vom 11.August 2023:

Rutschiges Blockgelände erwartet uns zu Beginn – der Grat ist weit „gröber“, als er aus der Ferne erscheint

SOTA-Sommer-Break 2023 – Tour Nr. 16: Stellihorn, HB/VS-100, 3436 m, 10 Punkte – Die bisherige SOTA-Tour unseres Lebens 😯😯  Mir fehlen die Worte 🤔 Ich versuche es trotzdem 😁 Ihr erinnert euch an gestern, wo wir das Spechhorn aktiviert haben, das schon lange auf meinem Wunschzettel stand? Es war eine coole Tour 😎😎 Neuer Tag – neues Glück 🍀🍀 Wenn man schon mal in Saas-Almagell ist, sollte man sich doch ansehen, ob es da noch andere potentielle Gipfel gibt. Der SOTLAS zeigt tatsächlich einige. Allerdings präsentieren sich alle als schwer bis ganz schwer 😳😳 Da gibt’s u.a. das Stelihorn – die meisten verfügbaren Tourenberichte klassifizieren es mit T5/WS/Klettern II 😅😅 Sollen wir oder sollen wir nicht? Wir machen es! Ein Aspekt, der dafür spricht, ist, dass es sich um eine weitere SOTA-Erstaktivierung handelt 😁😁 Auch beim Stellihorn gilt mehrere Wege führen nach Rom. Wir entscheiden uns für den vermeintlich einfachsten. Ist er es wirklich?🤔🤔 Wir starten also tief entschlossen und total gespannt ob dem, was uns wohl erwarten würde, am Mattmark-Staudamm…. Bei unserem Abstieg gestern vom Spechhorn haben wir uns das gegenüber liegende Gelände genauer angeschaut, und wir haben uns ein kleines Steinmännchen gemerkt, das am Rand des Wanderwegs Richtung Ofental auf einer Höhe von 2’375m steht – es signalisiert den Einstieg in den Bergpfad, der zum Sattel zwischen Nollenhorn und Stellihorn führt. Wir folgen dem schmalen, aber schön angelegten Bergpfad bis in den genannten Sattel… erst gemütlich, dann steil und schliesslich durch Steinmännchen durch die mit vielen Steinen durchsetzte Grasflanke… geschafft!! Der Sattel ist erreicht😁😁 Der Nordgrat zum Stellihorn sieht von hier eher „gutmütig“ aus☺️☺️ …es wird sich zeigen, dass er alles andere als das ist😳😳

Einfach so über den Grat zu wandern wird – zumindest für uns – eher schwierig. Man setzt sich schon mal hin und überlegt genau wie weiter…

Mit viel Elan geht’s also ans Werk – leider verlieren sich die so vielversprechenden Steinmännchen schon bald im Niemandsland, und wir finden uns inmitten einer riesigen Geröllhalde wieder, wo nun wirklich absolut nichts niet- und nagelfest ist😳😳 Der Grat erscheint nun zunehmend gewaltiger, und die rutschenden Steinblöcke je länger je furchteinflössender😳😳 wie weiter? Man klettert in die Ostflanke und kommt auch hier nur äusserst mühsam voran😏😏 ….wir sind uns einig: so erreichen wir den Gipfel nie – viiiel zu gefährlich😳😳 es gibt nur eine Lösung: Wir müssen hoch auf den Grat rauf – es wird geklettert 😅😅 … Da sind wir: Auf dem Nordgrat des Stellihorn, und wir setzen zur Überschreitung an… Die Steinblöcke sind hier fest, und ein wenig Sicherheit macht sich breit. Der Grat wird luftiger, und an einigen Stellen braucht es einige beherzte Schritte, um weiterzukommen… Es stockt: Carine steht auf einem ausgesetzten Felszacken vor einem 3-4m tiefen Abgrund 😳😳 Ist hier Schluß? 🤔🤔 Carine steigt vorsichtig zurück… Der Grat ist hier extrem ausgesetzt, und ein Ausrutscher hätte fatale Folgen 😳😳

Immer wieder abrupt gestoppt! Ein 4m hoher Felsabsatz ist nun einfach zu hoch! Es heisst einen Durchschlupf zu suchen….

Gemeinsam gehen wir mögliche Varianten durch… Carine findet tatsächlich einen Durchschlupf in einer ausgesetzten Felsspalte etwas unterhalb des Grates 🙏🏻🙏🏻 Mit mehr oder weniger Akrobatik passieren wir beide die Stelle… Geschafft 😁😁 Es geht wieder auf den Grat, und es folgenweitere ausgesetzte Passagen, die einige beherzte Schritte erfordern 😯😯 Wieder ein Abgrund! Die Geschichte wiederholt sich. Wer sucht, der findet! Noch einmal eine akrobatische Einlage, und wir stehen auf dem Vorgipfel zum Stellihorn 😊😊 Puuuh… Jetzt nun gemütlich über den Grat zum Hauptgipfel… Weit gefehlt! Es wird noch einmal eng – auf und neben dem Grat 😅

René, HB9NBG und Carine, HB9FZC im Gipfelglück bei ihrer SOTA-Erstaktivierung des Stellihorn, HB/VS-100 auf 3’436m

Dann endlich: Noch wenige Schritte über den mit Schiefersteinen besäten, sehr steilen Schlussgrat… Wir stehen oben beim Gipfelkreuz – WOOOOW 😎😎 Ein erhabenes Gefühl macht sich breit hier auf 3’436m 😯😯 Gleichzeitig kommt ein mulmiges Gefühl auf. Wie um Gottes Willen kommen wir hier wieder heil runter? Wir schieben das Gefühl erst mal zur Seite und geniessen unsere SOTA-Erstaktivierung des Stellihorn, HB/VS-100 😁 Fertig lustig! 8 Funkverbindungen sind geloggt – ausreichend um die 10 Punkte einzufahren – und es wird zusammengepackt. Carine entdeckt ein, zwei Steinmännchen und einen rutschigen Pfad ein Stück über den Grat Richtung Süden und in die Ostflanke mündend. Den Grat zurückklettern? Definitiv nein! Also ab in die rutschige Ostflanke 😳😳 Wir halten uns an den rechten Gletschterrand und steigen hochkonzentriert ab; Meter für Meter – Steinplattenstufe für Steinplattenstufe… Mann, ist das steil – bei Nässe keine Chance! Wir erreichen die Gletscherzunge und queren unten durch… noch einige glitschige Steinplatten im Aufstieg, und wir stehen wieder im Sattel zwischen Nollenhorn und Stellihorn – heil ☺️☺️🙏🏻🙏🏻 Das Gefühl, das jetzt aufkommt, nennt man tiefe Entspannung ☺️☺️ ziemlich erschöpft, aber trotzdem irgendwie beswingt geht’s auf Schlussabstieg zurück zum Mattmark-Staudamm….

We’ve made it – indeed – das Stellihorn, eine echt alpine Tour😁😁

Daten zur Tour:
16km Marsch- und Kletterstrecke, 1’300 Höhenmeter Aufstieg, 1’300 Höhenmeter Abstieg und 6Std 10min in Bewegung 😅😅

 

Was für ein Gefühl! Carine und ich sind uns einig, dass diese Tour für uns in diesem Sommer nicht mehr zu toppen sein wird. Gleichzeitig haben wir das Gefühl nicht mehr zu stoppen zu sein und stürmen in der Folge nach den beiden 3’000er-Erstaktivierungen des Spechhorn, HB/VS-153 und eben des Stellihorn weitere 8 Dreitausender in Folge😅😅 Wir schreiben den Abend des 18.August und stossen in Champex-Lac nach der Aktivierung von zehn 3’000ern innert 10 aufeinander folgender Tage auf die grossartigen SOTA-Erlebnisse an, die hinter uns liegen 🍻 Morgen ist der 19.August und übermorgen jährt sich der 20.August exakt zum 50.Mal, seit HB9NBG das Licht der Welt erblickt hat – Zeit eine „Bergpause“ einzulegen, nach Hause zu fahren und mit meinen Liebsten auf den besonderen Tag anzustossen ☺☺ Eine Woche bleibt uns noch, bis der Ernst des Lebens wieder beginnt… Den Grossen St.Bernhard Pass haben wir in diesem Jahr erst bei Nebel und Regen gesehen – Zeit einige Gipfel rund um eben diesen Pass, eine der schönsten Gegenden der Schweiz, zum Abschluss bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen zu erklimmen 😎😎 So bilden die Pointe de Drone, HB/VS-189, der Mont Telliers, HB/VS-188 und schliesslich die Pointe de Barasson, HB/VS-187 – allesamt knapp unter der 3’000m-Grenze – den fulminanten Abschluss einmal mehr absolut atemberaubender SOTA-Sommererlebnisse vor der einmaligen Kulisse der Schweizer Alpenwelt.

Das anfänglich „schlechte“ Blatt hat sich zum Guten, nein zum Grossartigen gewendet! Atemberaubende Eindrücke haben sich eingeprägt, und hier und da zwickts auch leicht in den Knien und der Muskulatur – apropos: Bei unseren einmaligen SOTA-Erlebnissen in diesem Sommer 2023 waren wir in 31 Ferientagen deren 26 auf SOTA-Tour und haben dabei insgesamt 30 SOTA-Gipfel bezwungen – darunter zehn 3’000er und 2 SOTA-Erstaktivierungen. Wir waren 123 Stunden lang zu Fuss unterwegs und haben dabei 386km Marschstrecke zurückgelegt und insgesamt 29’000 Höhenmeter Aufstieg und ebenso viele Höhenmeter Abstieg bewältigt. Was neben den bleibenden Eindrücken bleibt ist grosse Dankbarkeit dafür, dass uns unsere Fitness und unsere Beine so weit getragen haben, und dass wir unfallfrei und gesund von unserem grossen Abenteuer „SOTA-Summer Break 2023“ zurückkehren durften 🙏🙏

 

Wir haben von unseren Touren Tausende von grossartigen Schnappschüssen mit nach Hause gebracht. Einige davon haben wir für euch herausgepflückt 😁😁 …und nehmen euch gerne noch einmal mit auf einen kleinen Streifzug durch unseren „SOTA-Summer-Break 2023“ – enjoy!

Auf der Aktivierungsübersicht von HB9NBG findet ihr sämtliche Details zu allen Gipfeln, die wir aktivieren und jeweils weiterführende Links u.a. zu Tourenberichten aus dem Portal hikr und zu spezifischen Informationen des SAC (Schweizerischer Alpenclub)

Nach dem sensationellen SOTA-Sommer haben wir uns auch mal wieder hingesetzt und einige der Impressionen, die wir auf unseren Touren gesammelt haben, herausgepflückt und sie zu einem unterhaltsamen kleinen Video zusammengeschnitten. Habt ihr unserem YouTube-Kanal übrigens schon abonniert? Wir wünschen gute Unterhaltung 🤓🤓


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Eine kleine persönliche Bitte zum Schluss

SOTA ist ein grossartiges Hobby, und es ist für uns Funkamateure eine einzigartige Möglichkeit unser Hobby Amateurfunk in der absolut Elektrosmog- und damit störungsfreien Natur auszuüben. SOTA verbindet sportliche Aktivität, grossartige Gipfelerlebnisse und Drahtlose Kommunikation auf einzigartige Weise. Diejenigen SOTA-Aktivatoren, die – wie Carine und ich – oftmals eher unbekannte und damit sehr wenig begangene Gipfel erklimmen, kennen das grosse Privileg den Gipfel mit seiner grossartigen Rundumsicht während der Aktivierung ganz für sich alleine zu haben. Denkt aber bitte daran, dass auch die SOTA-Gipfel nicht uns alleine gehören, und dass es neben uns auch sehr viele andere Berggänger gibt, die ihre Eroberung eines Gipfels ganz einfach in Ruhe geniessen möchten. Nehmt bitte Rücksicht! Carine und ich haben die Erfahrung gemacht, dass sehr viele Berggänger kein Problem haben mit unseren Aktivitäten – nein, sie zeigen sich sogar überwiegend begeistert, weil sie noch nie etwas von unserer speziellen Freizeitbeschäftigung gehört haben. Deshalb fragen wir immer zuerst, ob es für die anderen Gipfelstürmer, die mit uns den Gipfel teilen, in Ordnung ist, wenn wir unsere Amateurfunkanlage in Betrieb nehmen und erklären ihnen, worin der Sinn unserer Aktivitäten liegt. Es ist sicher sinnvoll dezentes Equipment einzusetzen und nicht das Gipfelkreuz mit grossen Masten zu schmücken oder einen Gipfel Mit Drähten zu verspannen. Allenfalls macht die Verwendung eines Headsets für SSB-Betrieb Sinn, oder völlig geräuschlos geht’s natürlich in CW mit einem Kopfhörer. Vermeidet negative Konfrontationen und arbeitet im Zweifelsfall halt einfach die 4 QSOs ab, die ihr benötigt, damit die Aktivierung auch zählt. So ergibt sich ein friedliches Nebeneinander, und vielleicht könnt ihr dabei sogar noch den einen oder die andere für SOTA begeistern und für unser Hobby gewinnen 🤓🤓👍


HB9NBG+HB9FZCs SOTA-Abenteuer jetzt auch als 50-seitige Broschüre

“Ihr müsst unbedingt ein Buch schreiben über eure Erlebnisse!”, solche Feedbacks haben wir immer wieder erhalten von Leuten sowohl aus der Bergwander-Community als auch von den Funkamateuren, die uns virtuell auf unseren SOTA-Abenteuern im diesjährigen Sommer begleitet haben. Bei unseren SOTA-Touren führen wir schon seit einigen Jahren Tagebuch und halten jede Tagestour in einigen spannenden, informativen und witzigen Anekdoten fest. Ich (René) habe dabei meinen ganz eigenen Schreibstil entwickelt, der bei vielen Lesern gut anzukommen scheint; so haben wir von einer Leserin aus der Wander-Community als Feedback folgendes erhalten 😁😁: “Hallo zusammen, ich lese eure Wanderberichte immer mit grossem Interesse. Es ist total unterhaltsam. Danke euch und weiter so.”  Und da ist sie, unsere 50-seitige Broschüre mit Tourenberichten zu jeder einzelnen SOTA-Tour dieses Sommers 2023, gespickt mit einigen besonders beeindruckenden Schnappschüssen und ergänzt mit einigen wertvollen Informationen zum Thema “Bergwandern” und zum Thema “Amateurfunk in den Bergen” – zusammengestellt aus unseren persönlichen Erfahrungen, die wir auf mehr als 600 SOTA-Aktivierungen in den vergangenen 8 Jahren sammeln durften. Das Inhaltsverzeichnis gibt euch einen Überblick, was euch in unserem kleinen Werk erwartet 🤓👍 Die Broschüre ist farbig gedruckt und mit Spiralbindung gebunden und kann per Mail an info@lutz-electronics.ch bestellt werden.

HB9NBG+HB9FZCs SOTA-Abenteuer – 26 Gipfeltouren im Sommer 2023  |  CHF 29.90

 


Apropos Alarmierung im Notfall auf einer Bergtour

Immer wieder erreichen uns Anfragen von Berggängern zur Kommunikation über Funk auf Bergtouren: Wie kann ich einen Notruf absetzen, wenn ich keinen “Handyempfang” habe? Können Teilnehmer einer Bergtour mit einem REGA-Notfunkgerät auch untereinander kommunizieren? Welche Möglichkeiten der Funkkommunikation stehen mir als Bergwanderer oder Bergsteiger zur Verfügung? Als selber erfahrene Berggänger wissen auch Carine und ich um die Gefahren im Alpinen Gelände, und dass Inneralpine Regionen aufgrund dünner Besiedlung oftmals sehr schlecht mit Handyempfang versorgt sind. In einem Notfall auf einer Bergwanderung kann deshalb per Telefon in vielen Fällen keine Hilfe angefordert werden. In unserem Merkblatt, das ihr mit Klick auf das Dokument links als PDF herunterladen könnt, gehen wir auf die grundlegenden Fragen zur Kommunikation auf Bergtouren ein.

 


SOTA-Tourenberichte auf Facebook

Unsere grossartigen SOTA-Touren hinterlassen auch bei uns immer bleibende Eindrücke. Aber auch die schönsten Erinnerungen verblassen über die Jahre. Wir haben deshalb vor ein paar Jahren damit begonnen zu jeder unserer Touren einen kleinen Tourenbericht mit ganz besonders gelungenen Schnappschüssen auf HB9NBGs Facebook-Profil zu veröffentlichen. Wer Facebook hat, kann unsere Tourenberichte regelmässig auf meinem Profil verfolgen 😎😎👍

Zum Schluss möchten wir allen unseren Chasern danken, dass ihr uns auf unsere “CQ SOTA…”-Rufe geantwortet habt. Vielen Dank für die unzähligen schönen Begegnungen on-air und auch herzliche Gratulation an alle anderen SOTA-Aktivatoren unter euch, zu euren grossartigen Gipfelerfolgen 👍

Weiterhin viel Spass und Erfolg im SOTA-Betrieb – sei es als Aktivator oder als Chaser – bleibt alle schön gesund und hear you soon on air again 😎😎

vy 73 de René, HB9NBG + 73/88 de Carine,HB9FZC